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Die Christdemokraten erreichten dort bei der Bundestagswahl 2013 60 Prozent

CDU-Hochburg Wahrendahl?

WAHRENDAHL. In Hessisch Oldendorf regiert die SPD. Immerhin stammen der Bürgermeister sowie fast alle Ortsbürgermeister aus den Reihen der Sozialdemokraten. Schaut man sich die Wahlergebnisse der vergangenen Bundestagswahl in Hessisch Oldendorf an, zeigt sich hingegen: Die CDU hat leicht die Nase vorn.

veröffentlicht am 04.09.2017 um 17:03 Uhr
aktualisiert am 05.09.2017 um 14:38 Uhr

Johanna Lindermann

Autor

Volontärin

Knapp 40 Prozent der Zweitstimmen fielen im September 2013 auf die Christdemokraten, die SPD lag mit 35 Prozent kurz dahinter. Rund 42 Prozent der Hessisch Oldendorfer stimmten damals für den CDU-Kandidaten Michael Vietz, 41 Prozent entschieden sich für Gabriele Lösekrug-Möller von der SPD. In den einzelnen Wahllokalen in den verschiedenen Stadtteilen zeigt sich ein relativ einheitliches Bild: Mal liegt die SPD ein wenig vorne, mal die CDU – in wieder anderen Dörfern sind beide gleichauf. Relativ nah beisammen sind sie jedoch fast überall.

Mit einer Ausnahme: Wahrendahl. In dem kleinen Örtchen, das zum Stadtteil Hemeringen gehört, wählten 57 Prozent der Wahlberechtigten im Jahr 2013 die CDU. Dahinter, mit 22 Prozent weit abgeschlagen, lag die SPD. Ganz ähnlich verhält es sich auch bei den Direktkandidaten: 58 Prozent entschieden sich für Michael Vietz von der CDU, nur 24 Prozent stimmten für Sozialdemokratin Gabriele Lösekrug-Möller.

Damit sticht Wahrendahl deutlich aus den Hessisch Oldendorfer Stadtteilen heraus. Kein anderes Dorf konnte eine Partei so klar für sich entscheiden. Vielmehr erreichte kaum irgendwo eine Partei die 45 Prozent-Marke, geschweige denn fast 60 Prozent. Einzig im nahegelegenen Friedrichsburg konnte die CDU ebenfalls knapp 55 Prozent der Wähler für sich gewinnen, jedoch fielen dort immerhin noch rund 27 Prozent der Stimmen auf die SPD.

Doch wie erklären sich diese Ergebnisse? Ein Einzelfall bei der Bundestagswahl 2013? Nein, wenn man die Ergebnisse anderer Wahlen betrachtet. 52 Prozent erreichte die CDU in Wahrendahl etwa bei der vergangenen Landtagswahl, ebenfalls im Jahr 2013. Die SPD schnitt dort mit lediglich 18 Prozent ab. Bei den Erststimmen hat Otto Deppmeyer von der CDU sogar fast 70 Prozent der Wahrendahler für sich gewonnen. Im gesamten Gebiet von Hessisch Oldendorf erreichte die CDU bei dieser Landtagswahl übrigens 37, die SPD 36 Prozent. Deppmeyer lag mit 42 Prozent der Stimmen knapp vor dem SPD-Kandidaten (39 Prozent). Auch die Landratswahl 2013 konnte die CDU mit knapp 46 Prozent vor der SPD mit 24 Prozent in Wahrendahl für sich entscheiden. Beim Gesamtergebnis Hessisch Oldendorfs trennte die beiden hingegen nur ein einziger Prozentpunkt.

Hängt das hohe Wahlergebnis vielleicht mit der relativ geringen Einwohnerzahl zusammen? Immerhin gibt es lediglich rund 100 Wahlberechtigte in dem Ort. Möglich, denn etwa gleich viele Wähler gibt es in Friedrichsburg, wo 2013 ein ähnliches Ergebnis erreicht wurde. Im noch kleineren Wickbolsen hingegen, in dem 2013 rund 70 Wahlberechtigte lebten, hatte bei der vergangenen Bundestagswahl zwar auch die CDU bei den Zweitstimmen einen leichten Vorsprung, mehr Erststimmen fielen jedoch auf die Kandidatin der Sozialdemokraten.

Sowohl der Ortsbürgermeister Klaus Brzesowsky als auch sein Stellvertreter Lars Krumm stammen übrigens aus den Reihen der SPD. „So lange ich schon politisch aktiv bin, sehe ich in Wahrendahl eine hohe Wahlbeteiligung mit konservativen Ergebnissen. Das hat sich schon seit Jahrzehnten verfestigt“, sagt Klaus Brzesowsky, Ortsbürgermeister der Ortschaft Hemeringen/Lachem, zu der auch Wahrendahl gehört.

„Wir nehmen es so zur Kenntnis, dass dort fast bayrische Verhältnisse herrschen. In Bayern sind bis zu 60 Prozent für die CSU ja auch nichts Ungewöhnliches.“ Für die kommende Wahl hoffe er zwar auf ein etwas ausgeglicheneres Ergebnis, aber die Vergangenheit habe doch gezeigt, dass die CDU in Wahrendahl die besten Chancen habe. „Daran haben wir uns inzwischen gewöhnt.“

Bei der Kreistagswahl im September des vergangenen Jahres lag die CDU in Wahrendahl mit 47 Prozent übrigens zwar immer noch vorn, die SPD erreichte allerdings bereits 32 Prozent. Eine Ausnahme oder ein Trend, der sich auch bei den kommenden Wahlen in Wahrendahl durchsetzen wird? Das wird sich wohl erst am 24. September bei der Bundestags- und am 15. Oktober bei der Landtagswahl zeigen.



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