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Aufstellung der Landesliste – FDP setzt auf jüngere Kandidaten

Bundestag? „Keine Chance für Wennemann“

HAMELN. Die Hamelner FDP ist sauer – sauer auf die Entscheidung der Landesvertreterversammlung der niedersächsischen Liberalen. Dort wurde die Landesliste für die Bundestagswahl am 24. September aufgestellt. Der Hameln-Pyrmonter FDP-Direktkandidat Klaus-Peter Wennemann rangiert nur „unter ferner liefen“ – auf Platz 16. Erfolgversprechende Aussichten, in den Bundestag einzuziehen, hat Wennemann damit nicht.

veröffentlicht am 30.03.2017 um 17:33 Uhr
aktualisiert am 05.09.2017 um 14:43 Uhr

Lars Lindhorst

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Redaktionsleiter zur Autorenseite

Parteintern rechnet man damit, dass die Kandidaten bis allerhöchstens Platz 7 über die Landesliste in den Bundestag einziehen werden. Dass Wennemann das Direktmandat im heimischen Wahlkreis holt, ist zudem unwahrscheinlich.

Der Fraktionsvorsitzende der FDP im Kreistag, Heinrich Fockenbrock, macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: „Aufgrund der Erfahrungen von Klaus-Peter Wennemann darf man erwarten, dass eine hohe politische Kompetenz vorhanden ist“, sagt Fockenbrock.

Wennemann ist Unternehmensberater und Mitglied in den FDP-internen Landes- und Bundesfachausschüssen für Steuern und Finanzen. Aus diesem Grund gab es bei der heimischen FDP auch eine klare Erwartungshaltung: Der Hamelner muss wegen seiner wirtschaftlichen Erfahrungen einen guten Listenplatz bekommen, um schließlich für die FDP ein Mandat im Bundestag zu bekommen.

Doch schon bei der Aufstellungsversammlung der Liberalen im vergangenen November waren leise Zweifel aufgekommen, dass Wennemann einen guten Platz auf der Landesliste erhalten könnte. Zwar wurde der 59-Jährige in Hameln einstimmig zum Direktkandidaten für den Wahlkreis 46 bestimmt, doch im Hintergrund klang damals bereits an, dass es schwierig werden könnte mit einem vorderen Platz auf der Landesliste der FDP Niedersachsen.

So ist es nun gekommen: Bei der Platzierung für die Landesliste innerhalb des FDP-Bezirks Süd (Goslar, Einbeck, Göttingen, Osterode, Hameln-Pyrmont, Holzminden) habe man dem aktuellen Bundesvorsitzenden der Jungen Liberalen (JuLi), Konstantin Kuhle (28, Göttingen), den Vorzug gegenüber Wennemann gegeben.

In einer direkten Abstimmung um den immer noch aussichtsreichen Platz 7 auf der Landesliste war Wennemann dann dem ehemaligen JuLi-Vorsitzenden Matthias Seestern-Pauly (33) aus Osnabrück unterlegen, berichtet Fockenbrock. Parteistatuten sorgen laut Fockenbrock dafür, dass der Hamelner Kandidat schließlich bis Platz 16 „durchgereicht“ wurde: „Er hat keine Chance, in den Bundestag zu kommen.“

Klaus-Peter Wennemann war gestern für eine persönliche Stellungnahme nicht zu erreichen. Doch der Hameln-Pyrmonter FDP-Fraktionschef betont, dass die heimischen Liberalen trotz dieser „persönlichen Niederlage“ einen guten Wahlkampf im Landkreis machen wollen.

Sicher ist aber nicht einmal, ob die FDP überhaupt in den Bundestag einziehen wird: Laut aktuellem „Deutschlandtrend“ des Meinungsforschungsinstituts Infratest-Dimap schafft die Partei dies derzeit knapp mit sechs Prozent der Wählerstimmen.



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