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Räuber wütet in Wohnung

Zwei Verletzte bei Überfall in der Nordstadt: Opfer im Krankenhaus

HAMELN. Bei einem Überfall in der Nordstadt ist ein 22 Jahre alter Mann am Samstag krankenhausreif geschlagen worden. Nach Angaben der Polizei hatte der Täter geklingelt und war dann in die Wohnung eingedrungen. Drei Besucher wurden Zeugen des Vorfalls, einer davon wurde ebenfalls verletzt. Das Tatmotiv ist noch unklar, die Polizei schließt einen Zusammenhang mit dem Drogenmilieu nicht aus.

veröffentlicht am 20.11.2017 um 13:17 Uhr
aktualisiert am 20.11.2017 um 17:20 Uhr

An dieser Straße in der Hamelner Nordstadt geschah das brutale Verbrechen. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Der komplett dunkel gekleidete Verbrecher hatte sich mit einer Sturmhaube maskiert. Der Täter trug Handschuhe, er wollte wohl keine Fingerabdrücke hinterlassen. Der große und kräftige Mann klingelte nachmittags an der Tür eines Hamelners. Seine Komplizen standen im Treppenhaus und vor dem Mehrfamilienhaus an der Dr.-Winter-Straße Schmiere. Als der Mieter (22) öffnete, stürmte der Kriminelle sofort in die Wohnung und schlug dort alles kurz und klein. Auch ein Stuhl ging zu Bruch. Mit einem Stuhlbein schlug der Täter auf den Mieter ein. Dass drei Freunde des Opfers – eine Frau (23) und zwei Männer (21, 22) –Zeugen des brutalen Überfalls wurden, störte ihn offenbar nicht. Nach Angaben der Polizei wurde der Angegriffene schwer verletzt. Er soll Verletzungen am Kopf und am Oberkörper davongetragen haben, musste stationär in einer Klinik aufgenommen werden. Durch Schläge sei auch ein Besucher (ebenfalls 22 Jahre alt) im Gesicht verletzt worden, sagte Oberkommissar Jens Petersen am Montag. Dieser Mann habe einen Zahnarzt aufsuchen müssen. Offenbar war der junge Mann seinem Kumpel zur Hilfe geeilt. Bevor der Gewalttäter die Flucht ergriff, nahm er das Geld aus der Börse des Verletzten. Die Polizei fahndet nach dem Räuber - er ist 1,85 bis 1,90 Meter groß und dürfte nach Meinung von Augenzeugen aus Osteuropa stammen. Die Mittäter konnten nicht beschrieben werden.

Die Tat, die die Polizei als schweren Raub wertet, hat sich am Samstag zwischen 15.30 Uhr und 16.30 Uhr ereignet. Die Opfer riefen nicht die Polizei. Im Krankenhaus erzählte der Mieter seinem Bettnachbarn, was ihm angetan wurde. Der Mann riet ihm, die Polizei zu informieren. Erst am Sonntag habe der Verletzte mit Ermittlern gesprochen. Unklar ist, warum der Maskierte dermaßen ausgerastet ist. Laut Petersen sollen die vier Personen, die sich zum Zeitpunkt des Raubüberfalls in der Wohnung aufhielten, zum Drogenmilieu gehören. Die Beamten vermuten deshalb, dass dort auch das Tatmotiv zu finden ist. Was der Maskenmann wollte, ist aber unbekannt. Hinweise nimmt das 2. Fachkommissariat unter der Rufnummer 05151/933222 entgegen.

Erst am Freitagnachmittag, 10. November, war ein 44 Jahre alter Pyrmonter nachmittags in seiner Wohnung an der Südstraße überfallen, beraubt und erheblich verletzt worden (wir berichteten). Auch dieses Opfer musste stationär in einem Krankenhaus aufgenommen werden. Der Pyrmonter hatte zahlreiche Verletzungen davongetragen. Es bestand zunächst der Verdacht, dass er sich auch eine Leberverletzung zugezogen hat. Die drei Täter sollen ein Smartphone und Geld erbeutet haben. Für die Ermittler des Polizeikommissariats Bad Pyrmont stand schnell fest, dass sich der Raubüberfall im Drogenmilieu ereignet hat und die Räuber, von denen teilweise nur Spitznamen bekannt waren, in diesem Kreis zu suchen sind. Sie konnten ermittelt werden. Ein Zusammenhang zwischen diesen Verbrechen sei derzeit nicht erkennbar, sagte Petersen auf Nachfrage.

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