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Neue Technik gegen Diebstahl

Zunahme bei Sprengung von Geldautomaten – aber weniger Beute

WESERBERGLAND. Immer häufiger versuchen Kriminelle in Niedersachsen, Geldautomaten aufzusprengen. Auch wenn die nächtlichen Explosionen oft große Schäden anrichten, machen die Täter seltener Beute. Ein Grund: Neue Automaten verfügen über eine Technik zur Gas-Neutralisierung und färben das Geld bei einer Sprengung ein.

veröffentlicht am 23.01.2019 um 18:18 Uhr

Kriminaltechniker sichern Spuren in einer Commerzbankfiliale in Hameln. Die Täter flüchteten ohne Beute, nachdem eine Polizeistreife vorgefahren war. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Laut Angaben des Landeskriminalamtes in Hannover machten sich die Täter im vergangenen Jahr 54-mal an Geldautomaten zu schaffen – 2017 gab es 23 Fälle (wir berichteten). Auch wenn die nächtlichen Explosionen oft große Schäden anrichten, machen die Täter seltener Beute. Woran liegt das?

Geldautomaten der neuen Generation verfügen zum Beispiel über eine Technik zur Gas-Neutralisierung und färben das Geld bei einer Sprengung ein. In Deutschland seien noch viele ältere Automaten im Einsatz. „Die Banken unternehmen einiges dagegen, könnten aber noch mehr tun“, meint dazu der Düsseldorfer LKA-Chef Frank Hoever.

Dass eine steigende Zahl von Sprengversuchen erfolglos bleibt, dürfte an den immer besser gesicherten Geldautomaten liegen, sagte Hoever. „Am wirksamsten ist die Video-Überwachung in Verbindung mit einer Nebelanlage“, so der LKA-Leiter. Sobald nachts verdächtige Gestalten bemerkt und die Geldautomaten vernebelt werden, zögen die Täter mit leeren Händen ab. „Sie sehen dann einfach nichts mehr.“ Einer Videoüberwachung ist es offenbar zu verdanken, dass es im Dezember 2018 nicht zu einer größeren Explosion in der Fußgängerzone von Hameln gekommen ist. Ein Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma hatte auf einem Monitor live beobachtet, wie sich nachts um drei Uhr zwei dunkel bekleidete Täter an einem Geldautomaten im Vorraum einer Commerzbankfiliale zu schaffen machten.

Die Kriminellen hatten die Sprengung bereits weitgehend vorbereitet. Gasflaschen standen bereit, sogar ein Zündkabel hatten die Unbekannten nach draußen verlegt. Als die Männer eine Polizeistreife auf sie zufahren sahen, sprangen sie auf einen Motorroller und flüchteten durch die Fußgängerzone.

Geldscheine zusammenraffen konnten dagegen die Täter, die im August 2018 einen Automaten in einer Filiale der Santander-Bank in der Rattenfängerstadt sprengten. Sie richteten einen Schaden von 180 000 Euro an. Im September scheiterten Panzerknacker bei ihrem Versuch, einen Geldautomaten in einem Vorraum der Commerzbank in Stadthagen zu sprengen. Als sie eine Lunte in Brand setzten, lösten die Täter Alarm aus und flüchteten. Mehrere Hunderttausend Euro Schaden richteten Bandenmitglieder in einer Commerzbankfiliale in Holzminden an. Sie sprengten im Juli einen Automaten. Über die Höhe des erbeuteten Bargelds machte die Polizei keine Angaben.



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