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Yacht in Minden explodiert: 16 Verletzte

MINDEN. Bei einer heftigen Explosion eines Sportbootes im Mindener Yachthafen sind 15 Feuerwehrleute und ein Polizist zum Teil schwer verletzt worden. Sie waren zu einem Einsatz gerufen worden, da Rauch aus einem Motorboot gestiegen war.

veröffentlicht am 12.07.2017 um 09:36 Uhr
aktualisiert am 12.07.2017 um 16:11 Uhr

Die zerstörte Motorjacht „Gina“ liegt am 12.07.2017 in Minden (Nordrhein-Westfalen) halb versunken im Hafenbecken. Bei der Explosion einer Motorjacht im Hafen von Minden in Nordrhein-Westfalen sind zwölf Feuerwehrleute und ein Polizist verletzt worde

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dpa

"Wir haben drei Schwerverletzte", sagte der Leiter der Feuerwehr Minden, Heino Nordmeyer. "Die drei Schwerverletzen wurden operiert, sind aber stabil." Zwei von ihnen waren auf dem Schiff, als es explodierte. Sie wurden von Trümmern verschüttet. Da das Boot zum Teil unter Wasser geriet, geriet auch einer der Menschen an Bord mit dem Kopf unter Wasser. Der dritte Schwerverletzte stand am Steg und hat schwere Verletzungen im Gesicht.
„Das Schiff ist stark zerstört. Man muss davon ausgehen, dass es sehr schwierig wird, die Brandursache zu ermitteln“, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei am Mittwochmorgen auf Anfrage der dpa. Zwar versuche man, anhand der Trümmer des Wracks neue Erkenntnisse zu gewinnen. Ob das aber überhaupt gelinge, sei momentan fraglich.

Am Mittwochmittag gab es dann eine Pressekonferenz der Stadt Minden. Mit dabei waren unter anderem Bürgermeister Michael Jäcke, Einsatzleiter Nordmeyer sowie der leitende Notarzt an diesem Abend, Gunter Veit. Dabei informierten sie darüber, dass drei Helfer schwer verletzt sowie acht leicht verletzt seien. Sie werden im Klinikum Minden sowie in Lübbecke behandelt. Zwei Personen liegen derzeit noch auf der Intensivstation. Die Verletzten haben in erster Linie ein Explosionstrauma, sagt Notarzt Veit, darunter Knochenbrüche und Inhalationstraumata. Die Wucht der Detonation habe ihnen die Masken aus dem Gesicht gerissen. Auch die Schuhe seien von den Füßen gerissen worden.

Der Besitzer des Bootes ist nach Angaben von Ralf Kuntschke von der Wasserschutzpolizei bereits befragt worden und am Tag selbst auch noch bei seinem Gefährt gewesen. Das Gelände sei für jeden frei zugänglich, der Hafen zu dem Zeitpunkt zu 100 Prozent ausgelastet gewesen. Die Polizei beauftragte einen Gutachter, der das Unfallboot jetzt untersuchen soll. Zur vermutlichen Explosionsursache kann die Polizei derzeit aber noch keine Angaben machen.
Angerückt war die Feuerwehr am Dienstagabend eigentlich, um einen Schwelbrand auf der Jacht zu löschen. „Sie gingen mit Atemschutzmasken über den Steg auf das Boot. Dann gab es eine fürchterliche Explosion“, schilderte ein Polizeisprecher in der Nacht. Das Boot sei mehrere Meter in die Luft geschleudert worden.
Zunächst hieß es, es könnte sein, dass auf der Yacht durch die Hitze des Brandes Batterien explodiert sind. Dies sei aber noch nicht bestätigt, sagte ein Polizeisprecher am Morgen. Man wolle zum jetzigen Zeitpunkt nicht über die mögliche Ursachen für die Explosion spekulieren.

Einer der verletzten Feuerwehrmänner schwebte zunächst in Lebensgefahr, sein gesundheitlicher Zustand habe sich aber verbessert, hieß es. Einer ersten Schätzung zufolge beträgt der Schaden etwa 500 000 Euro.

Zwei andere Boote wurden beschädigt. Ein am Hafen abgestelltes Auto sei nur noch Schrott. Der Verkehr auf dem Kanalhafen war in der Nacht vorübergehend gesperrt.

Mindener Tageblatt/dpa

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