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Feuerwehr holt Gasflasche aus Gebäude – und sucht einen Menschen

Was löste die Explosion in der Schutzhütte aus?

BAD PYRMONT. Was der Anrufer der Leitstelle am frühen Dienstagabend mitteilte, klang dramatisch: Er hatte eine Explosion gehört und sah nun östlich des oberen Teils der Bombergallee Flammen. „An der Klinik vorbei“, hieß es laut Feuerwehr in der Alarmierung.

veröffentlicht am 15.01.2019 um 21:46 Uhr
aktualisiert am 16.01.2019 um 15:00 Uhr

Durch den von Scheinwerfern angestrahlten Rauch konnte die Feuerwehr das Ziel des Löschangriffs zeitweise kaum sehen. Foto: Ti
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Aufgrund dieser Meldung war nicht auszuschließen, dass es sich um ein Feuer im Bereich einer Klinik handeln könnte. Deshalb rückte die Pyrmonter Feuerwehr in großer Besatzung aus.

Den Feuerschein machten die Freiwilligen dann an einer wohl in den 1950er Jahren für Spaziergänger errichteten Schutzhütte des Staatsbades aus. Das Bruchsteinhäuschen steht im Grünen, etwas oberhalb der Ockelstraße.

Im Innern erkannten die Feuerwehrleute dann schemenhaft eine noch intakte Propangasflasche. Deshalb beschränkte sich ein erster Atemschutz-Trupp anschließend zunächst auf einen Löschangriff von außen. „Als die Flasche heruntergekühlt war, konnten wir sie herausholen“, berichtet Feuerwehrsprecher Jan Bolte. Erst dann konnte der Brand in der Hütte aus der Nähe gelöscht werden.

Im hinteren Gebäudeteil von den Einsatzkräften entdeckte Decken sowie ein Koffer und ein Fahrrad ließen darauf schließen, dass jemand die Hütte zum Schlafen genutzt hatte. Möglich also, dass der Mensch, der hier untergekommen war, verletzt und eventuell im Schockzustand davongelaufen war.

Die anschließende Personensuche in der Umgebung, an der sich auch die Polizei und die Holzhäuser Feuerwehr sowie die Drohnenstaffel der Kreis-Feuerwehr mit einem Flugkörper samt Wärmekamera beteiligten, dauerte dann fast länger als der eigentliche Löscheinsatz. Sie blieb jedoch ohne Ergebnis. „Wir gehen davon aus, dass keine Person zu Schaden gekommen ist“, sagt Jan Bolte.

Was genau die Explosion ausgelöst haben könnte, ließ sich am Abend nicht feststellen. Der in der Hütte untergekommene wohnungslose Mensch dürfte kaum absichtlich an seinem eigenen Schlafplatz gezündelt haben. Ein technischer Defekt scheint ebenso wenig wahrscheinlich. „In der Hütte gibt es gar keine Elektrik“, erklärte Kurdirektor Maik Fischer. Er eilte zur Zeit der Löscharbeiten zum Brandort. Denn die Hütte gehört zum Bestand des Landes. Laut Fischer will sich die Polizei das Gebäude am Mittwoch eingehender untersuchen.

Die alte Regel, wonach alles auf einmal kommt, wenn etwas los ist, bestätigte sich am Dienstag erneut: Als die Feuerwehr ihren Einsatz im Bergkurpark gerade begonnen hatte, lief der nächste Alarm auf. Zum zweiten Mal an diesem Tag mussten die Freiwilligen zum bfw ausrücken. Vor Ort war dann laut Feuerwehr schnell klar: Mit der Spritzpistole durchgeführte Lackierarbeiten hatten erneut den Sensor der Brandmeldeanlage aktiviert. Als sich auch dieser Alarm als Fehlalarm herausstellte, musste die Anlage nur noch zurückgestellt werden.



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