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Polizei beschlagnahmt Gebäude / Kleine Ortswehr verhindert großen Brand

Was löste das Feuer in der Scheune in Esperde aus?

Esperde. „Hätte es nur zehn Minuten länger gebrannt, wäre das ganz anders ausgegangen“, meint Ortsbrandmeister Tobias Meine und schaut auf die verkohlten Balken der großen Scheune an der Kniepstraße in Esperde. Immer noch steigt etwas Rauch auf, aber die vier Meter hohen Flammen, die eben noch im offenen Bereich des Backsteingebäudes loderten, konnten innerhalb kürzester Zeit gelöscht werden.

veröffentlicht am 25.11.2015 um 10:08 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 15:21 Uhr

Ulrich Behmann

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Mit einer Wärmebildkamera lässt der Einsatzleiter nach versteckten Glutnestern suchen. „Nichts zu sehen“, stellt der Brandmeister zufrieden fest. Seine Kameraden haben gut gearbeitet – und Schlimmeres verhindert. Alle sind sich an diesem Dienstagabend sicher: Wäre die kleine Ortswehr Esperde nicht gewesen, hätte es im Dorf einen großen Brand gegeben. Alles hat gepasst: Der Besitzer (33) des Resthofes hat das Feuer rasch entdeckt, die Freiwilligen waren „superschnell“ am Brandort - mit 16 Frauen und Männern. Als sie kurz nach 21 Uhr eintrafen schlugen die Flammen bereits durch ein Fenster in einen Nachbarraum der Scheune. „Es war fünf vor zwölf“, sagt Meine.

Ein Notarzt und Rettungsassistenten kümmern sich derweil um den Eigentümer. Es besteht der Verdacht, dass er giftige Rauchgase eingeatmet hat. Der Mann wird vorsorglich ins Hamelner Krankenhaus gebracht. Sicher ist sicher.

Tobias Meine wohnt gleich nebenan. Er war glücklicherweise zu Hause, als sein Nachbar bei ihm klingelte und rief: „Meine Scheune brennt!“ Der Ortsbrandmeister behielt einen kühlen Kopf und gab eine erste Anweisung. „Ruf schon mal die Feuerwehr über 112. Ich komme gleich.“  

3 Bilder
Feuerwehr der Ortswehr löschen in der Scheune. Foto: ube

Meine zog sich seine Uniform an, lief zum Brandort, verschaffte sich ein Bild von der Situation und gab kurz darauf über Funk eine Lagemeldung ab. Dann fuhren er und seine Kameraden zum Brandort und bekämpften die Flammen, die um ein Haar den Dachstuhl erreicht hätten, mit Wasser aus zwei Rohren. Zu diesem Zeitpunkt machten sich 70 weitere Freiwillige in Börry, Brockensen, Frenke, Kirchohsen und Amelgatzen auf den Weg nach Esperde. Auch ein Löschzug mit Drehleiter aus Hameln rückte aus. „Als die Feuerwehr Börry eintraf, wurden zwei weitere Rohre in Stellung gebracht, um die heiße Wand vom Nachbarraum aus zu kühlen“, erklärt Meine. Ruckzuck war das bedrohliche Feuer gelöscht. „Und wieder hat man gesehen, wie wichtig jede einzelne Ortsfeuerwehr ist“, meint Meine.

Polizeibeamte, darunter ein Tatort-Team, nahmen noch in der Nacht zu gestern Ermittlungen auf. Noch ist die Brandursache unbekannt. Fest steht nur: Das Feuer ist im Bereich einer Holzlagerstätte ausgebrochen. Die Polizei hat den Brandort für weitere Ermittlungen  beschlagnahmt. Die Höhe des Schadens lasse sich derzeit noch nicht beziffern, teilte Oberkommissar Jens Petersen mit.



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