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Emmerthaler bei Sturz in 3,50 Meter tiefes Erdloch schwer verletzt

War die Baugrube ausreichend abgesichert?

EMMERN. In der Nacht auf Freitag ist ein Emmerthaler in eine an der Bundesstraße 83 zwischen Ohr und Emmern ausgehobene Baugrube gestürzt. Der 27-Jährige zog sich beim Sturz schwere Verletzungen zu. Feuerwehrkräfte holten den Mann aus der zirka dreieinhalb Meter tiefen Grube.

veröffentlicht am 31.05.2019 um 12:01 Uhr
aktualisiert am 13.06.2019 um 12:38 Uhr

Feuerwehrkräfte holten den Verunglückten aus der Baugrube. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Nach einer notärztlichen Versorgung wurde der Mann, der nach Aussage von Rettungskräften eine Kopfverletzung erlitten hat, mit einem Rettungswagen in eine Klinik gefahren.

Es war schon gegen 1.30 Uhr, als eine Vatertagstour ein jähes Ende nahm: Der Emmerthaler war mit einem Bekannten (27) zu Fuß in Richtung Emmern unterwegs. Die beiden Männer passierten einen weiträumig durch Baken abgesperrten Baustellenbereich. Dann passierte das Unglück: Der Wanderer stürzte in die Grube, schlug auf der harten Betonsohle auf. Offenbar hatten die Männer das Loch in der Erde in der stockfinsteren Nacht nicht wahrgenommen. Beleuchtet und abgesichert soll die Grube nicht gewesen sein.

Der Verletzte sei kurzzeitig nicht ansprechbar gewesen, sagte der Begleiter, der seit dem Nachmittag mit seinem Kompagnon auf Wanderschaft gewesen war. Der Mann wählte den Notruf, forderte Hilfe an. Feuerwehrkräfte aus Kirchohsen und Emmern wurden alarmiert. Trupps stiegen über eine Leiter in die Grube. Mit einem Spineboard – einem speziellen Rettungsbrett – haben Feuerwehrleute den Verletzten aus dem Erdloch getragen, sagte Einsatzleiter Thomas Feldmann.

Die Baugrube ist zirka 3,50 Meter tief. Foto: fn

Derzeit wird im Auftrag der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ein maroder, unter der Bundesstraße 83 entlangführender Sandsteindurchlass durch ein Betonrohr ersetzt. Hierzu ist die Straße auf einer Länge von zirka 120 Metern halbseitig gesperrt. Ungefähr 50 Meter vor der Grube stehen Baken, direkt am Fahrbahnrand eine Gleitwand. Ein auf einem Radweg stehendes Verkehrsschild weist Fahrradfahrer darauf hin, die Straße zu benutzen. Einen Hinweis für Fußgänger, die den Weg ebenfalls nutzen, gab es nicht. Es kommt die Frage auf, warum die eigentliche Gefahrenstelle nicht abgesperrt oder gar abgedeckt war. Direkt neben der tiefen Grube standen zudem keine Warnleuchten. „Ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei, der die Baumaßnahme betreut, hat mir bestätigt, dass die verkehrsbehördliche Anordnung umgesetzt wurde. Da sehen wir keine Beanstandungen“, sagt Markus Brockmann, Leiter der Geschäftsbereichs Hameln der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Alles, was an Beschilderung und Absperrungen aufzustellen war, habe ordentlich gestanden, so der Behördenleiter. „Das ist sehr bedauerlich, keine Frage. Ich hoffe, dass die Verletzungen nicht allzu schwer sind“, sagt Brockmann. Seine Behörde wolle jedoch nicht den polizeilichen Ermittlungen vorgreifen. Man müsse schon um die Absperrungen herum und durch ein Feld gehen, um an die Baugrube zu gelangen, erklärt der Verkehrsexperte. Warum vor der Baustelle kein Hinweisschild für Fußgänger aufgestellt wurde, konnte Brockmann noch nicht sagen. Das Bauunternehmen werde die Absperrungen ebenfalls erneut kontrollieren, meint Brockmann.



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