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Waffen in der Öffentlichkeit: Was ist erlaubt – und was nicht?

Drei Jugendliche haben an der Weser einen Polizeieinsatz ausgelöst. Die Heranwachsenden hantierten am Flussufer mit einem Sturmgewehr herum. Es handelt sich um eine Softair-Waffe – einem fast originalgetreuen Nachbau eines echten Gewehrs. Erst am vergangenen Sonntag überwältigte die Polizei in Hameln einen Mann, der mit einer echt aussehenden Pistole in der Gesäßtasche durch die Stadt gelaufen war. Was ist eigentlich erlaubt?

veröffentlicht am 16.05.2017 um 17:38 Uhr
aktualisiert am 16.05.2017 um 18:47 Uhr

Schwerter darf man zwar besitzen, wenn man über 18 Jahre alt ist. Das Mitführen in der Öffentlichkeit ist jedoch verboten. Foto: Pixabay

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Felix David Reporter

Die Regeln sind kompliziert. Immer mehr Deutsche beantragen übrigens einen Waffenschein: Die Nachfrage nach sogenannten kleinen Waffenscheinen ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. 2016 wurden bundesweit fast 184 000 kleine Waffenscheine neu beantragt. Damit stieg die Gesamtzahl im Vergleich zum Vorjahr um gut 60 Prozent auf rund 470 000. Wer einen kleinen Waffenschein besitzt, darf Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen verdeckt führen – und im Notfall damit schießen. Die Voraussetzung ist, dass der Bewerber volljährig ist und zuverlässig erscheint. Für den bloßen Erwerb von Gas- oder Schreckschusswaffen braucht man keinen Schein. Doch es gibt zahlreiche Waffen, die überhaupt keinen Schein voraussetzen. Wir listen auf, welche Waffe man ohne Waffenschein mit sich führen darf – und welche nicht:


Softair-Waffen:Bis zu einer Geschoss-Energie von 0,5 Joule frei verkäuflich. Aber: Man darf sie nicht mitführen. Viele Überfälle wurden mit solchen Waffen verübt – denn sie sehen täuschend echt aus.


Elektroschocker:Erlaubt mit Prüfzeichen. Verbotene Geräte sind teils als Taschenlampe, Zigarettenschachtel, Schirm oder iPhone getarnt.


Schlagring: Verboten. Als Accessoire an teuren Damenhandtaschen von Alexander McQueen: erlaubt.


Messer: Nach deutschem Recht verboten sind Faustmesser, Fallmesser, Butterflymesser – das sind Faltmesser mit schwenkbaren Griffen - und Springmesser, deren Klinge nach vorne herausschnellt oder die mehr als 8,5 Zentimeter lang ist. Andere Taschenmesser sind erlaubt – auch Messer, deren Klinge mit einer Hand geöffnet werden kann. Für das Führen braucht es aber eine plausible Begründung.


Dolche, Schwerter, Wurfmesser und Säbel:Der Besitz ist ab 18 Jahren erlaubt. In der Öffentlichkeit darf man sie jedoch nicht mitnehmen, ebenso wie feststehende Messer mit einer Klinge über zwölf Zentimeter Länge.


Dekorationswaffen:Alte Pistolen, die nicht mehr zum Schießen taugen: Erlaubt. Sobald sie wieder funktionstüchtig gemacht werden, hängt es von der einzelnen Waffe ab.


Historische Waffen: Morgensterne und Kampfschlegel gab es seit dem Mittelalter. Der mit Zacken versehene Kopf ist an einem Stab oder an einer Kette befestigt. Zur Zierde im Wohnzimmer: Erlaubt. In der Öffentlichkeit, auf Volksfesten oder bei Ritterspielen: verboten.


Totschläger:Mehr oder weniger die Weiterentwicklung des Morgensterns. Der Federstahl mit Gewicht bringt durch eine Art Peitscheneffekt die Wucht, einen Schädel zu zertrümmern. Im Internet erhältlich, aber nach dem deutschen Waffengesetz verboten.


Küchenmesser, Gabel, Schere:Alle haushaltsüblichen Geräte sind zunächst einmal problemlos. Auch ein Küchenmesser mit langer Klinge ist am heimischen Herd legitim. Wenn man unterwegs ist, darf die Klinge allerdings höchstens zwölf Zentimeter lang sein. Nur am Flughafen gelten bekanntlich besondere Regeln. Hier wird aus dem Handgepäck oft schon eine Nagelfeile einkassiert.

Das gilt bei Softair-Waffen

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