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Giftige Brandgase - Polizisten und Feuerwehrleute retten Hausbewohner

Vier Männer in Lebensgefahr

HAMELN. Polizisten und Feuerwehrleute haben am frühen Freitagmorgen vier Männer (41, 51, 53, 54) aus einem völlig verqualmten Wohnhaus gerettet. Die Einsatzbeamten hatten gegen 1 Uhr damit begonnen, auf der Pyrmonter Straße eine Verkehrskontrolle durchzuführen. Eine halbe Stunde später hörten sie das Piepen eines Rauchmelders.

veröffentlicht am 17.08.2018 um 06:44 Uhr
aktualisiert am 17.08.2018 um 10:51 Uhr

Die Geretteten werden von Notarztteams behandelt. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Die Kommissarin und ihr Kollege brachen die Kontrolle sofort ab und gingen der Sache auf den Grund. Als sie eine nicht verschlossene Terrassentür eines Reihenmittelhauses öffneten, standen sie vor einer Wand aus Qualm. Sie öffneten auch die Haustür, damit der Rauch besser abziehen konnte, und versuchten, die Bewohner durch lautes Rufen und Klopfen zu wecken. „Wir konnten das Haus nicht mehr betreten“, schildert ein Beamter die Lage. „Das Gebäude war komplett mit Brandgasen gefüllt.“ Die von den Polizisten alarmierte Feuerwehr besetzte zu diesem Zeitpunkt gerade ihre Fahrzeuge - sie war nur Sekunden zuvor zu einem Feuer in einem Mehrfamilienhaus am Breiten Weg gerufen worden.

Als der Notruf von der Pyrmonter Straße in der Leitstelle einging, alarmierten die Disponenten umgehend noch zwei Züge der Freiwilligen Feuerwehr. „Ich war gerade auf der Münsterbrücke, als mir die Leitstelle mitteilte, dass noch ein drittes Feuer gemeldet worden war“, erzählt Brandoberinspektor Sven Hildebrandt vom Einsatzführungsdienst. „Am Ellerbrook brannte der Bahndamm.“ Zur Verstärkung wurden zwei weitere Züge aktiviert - das bedeutet: Vollalarm für die Feuerwehr Hameln. Die Löschmannschaften teilten sich auf.

Als Hildebrandt den Einsatzort an der Pyrmonter Straße erreichte, rief auch er in das verqualmte Haus hinein, um die beiden noch vermissten Bewohner zu warnen. „Ohne schweren Atemschutz konnte man da nicht hineingehen. Schon draußen raubte uns der beißende Qualm den Atem. Und drinnen konnte man die Hand vor Augen nicht mehr sehen.“ Giftiger Rauch sei aus allen Fenstern gewabert - vom Keller bis zum Dachgeschoss.

Atemschutz-Trupp im Einsatz. Foto: ube
  • Atemschutz-Trupp im Einsatz. Foto: ube

Wieder zeigten die Rufe Wirkung - ein dritter Mann kam aus dem Haus. Er teilte den Einsatzkräften mit, dass sich noch eine vierte Person im Keller befindet. Einem Angriffstrupp gelang es kurz darauf, den Schläfer zu retten. Ein Notarzt und die Besatzungen von drei Rettungswagen der Feuerwehr und des Roten Kreuzes kümmerten sich um die Männer. Zwei wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Sana-Klinikum eingeliefert.

Die im Wohnhaus untergebrachten Bauarbeiter aus Osteuropa hatten Glück im Unglück - hätten die Rauchmelder nicht gepiept und wären die Polizisten nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen, hätten sie wohl keine Überlebenschance gehabt. „Zehn Minuten später wären die Männer an den giftigen Rauchgasen gestorben“, meinte ein Polizeikommissar. Die Ursache der extrem starken Verqualmung war rasch gefunden - in der Küche im Erdgeschoss stand eine Metallschale mit Essen auf einem Gasherd.  

Während sich der Brandalarm am Breiten Weg als Fehleinsatz entpuppte, mussten Feuerwehrleute am Ellerbrook Wasser auf einen Bahndamm spritzen. Vermutlich hatte dort jemand in einem Garten eine Feuerschale ausgekippt. In der Asche war offenbar noch Glut. „Das Feuer hat sich rasch ausgebreitet - am Ende stand die Bahnböschung auf einer Länge von acht Metern bis in eine Höhe von fünf Metern in Flammen“, berichtet Stadtbrandmeister Markus Weber, der den Einsatz in der Nordstadt leitete. Ersthelfer hätten das Feuer noch vor Eintreffen der Löschmannschaften erfolgreich mit Wasser aus einem Teich bekämpft, sagte Weber.

 



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