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Zahlen für Hameln-Pyrmont vorgelegt

Verüben Zuwanderer mehr Gewalttaten?

HAMELN. Sind Zuwanderer krimineller als schon länger in Deutschland lebende Ausländer und Deutsche? Das sind die Zahlen für das Weserbergland.

veröffentlicht am 05.01.2018 um 11:00 Uhr

Sind Zuwanderer krimineller als Deutsche? Innenministerium und Polizei erheben Zahlen. Foto: dpa
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Eine Studie legt nahe, dass vor allem junge Männer aus Nordafrika ohne Bleibeperspektive eine auffällige Gruppe bilden. Seit 2015 steigt in der Polizeilichen Kriminalstatistik die Zahl der Gewalt-Straftaten wieder an. Zuvor gab es einen deutlichen Rückgang. In ihrem Gutachten untersuchen die Kriminologen Christian Pfeiffer, Dirk Baier und Sören Kliem, ob dieser Anstieg mit dem hohen Zuzug von Flüchtlingen zu tun haben könnte. Die Forscher kooperierten mit dem niedersächsischen Innenministerium, das in seiner Statistik Flüchtlinge als Tatverdächtige bei Gewaltdelikten gesondert auswertete. Demnach stieg zwischen 2014 und 2016 die Zahl der polizeilich registrierten Gewalttaten in Niedersachsen um 10,4 Prozent. Die Analyse dieser zu 83 Prozent aufgeklärten Straftaten ergab, dass der Anstieg zu 92,1 Prozent tatverdächtigen Flüchtlingen zuzurechnen war. Dazu zählten Asylbewerber, Asylberechtigte, Kontingentflüchtlinge, geduldete sowie illegal hier lebende Ausländer.

Ähneln die von den Wissenschaftlern fürs Land ermittelten Daten jenen im Weserbergland? Die Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden weist von Flüchtlingen verübte Delikte erst seit dem Jahr 2016 aus. Im Bereich der Polizeiinspektion wurden in dem Jahr 747 solcher Vergehen registriert. Davon zählen 26 Prozent der Fälle zu den sogenannten Rohheitsdelikten, dies sind unter anderem Raub oder Körperverletzung. Das bedeutet: Fast 200 aufgeklärte Verbrechen wie Raub oder Körperverletzung sind im Jahr 2016 von Flüchtlingen verübt worden – bei insgesamt 2071 gemeldeten Rohheitsdelikten ist das fast jede zehnte Tat.

Im Landkreis Hameln-Pyrmont registrierte die Polizei 2016 insgesamt 9215 Straftaten, 487 davon sind laut Kriminalstatistik von Flüchtlingen begangen worden – nahezu jedes 19. Delikt. Zum Ins-Verhältnis-Setzen: Anfang 2016 hatte der Landkreis 148 000 Einwohner. Nach Angaben aus dem Kreishaus lebten im Jahr 2016 „1000 bis 1200“ Flüchtlinge im Landkreis.

„Wir können Delikte, die von Flüchtlingen verübt wurden, erst seit November 2015 separat auswerten“, sagt Polizeisprecher Jens Petersen. Seit diesem Datum gäbe es technische Möglichkeiten, erklärt der Polizeihauptkommissar. Die Statistik für 2017 werde im Frühjahr veröffentlicht. Mit was für Zahlen arbeiteten dann Pfeiffer und Kollegen? Die Experten nutzten für ihr Gutachten „vom Landeskriminalamt zusammengestelltes Zahlenmaterial“, teilt Frank Federau vom LKA mit.

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