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18 Jahre alter Deutsch-Iraner tötet neun Menschen und sich selbst

Verletzte und Tote bei Schüssen in München

München. Terror und Panik in München: Bei einem beispiellosen Anschlag an einem Einkaufszentrum in der bayerischen Landeshauptstadt sind am Freitag mehrere Menschen ums Leben gekommen, weitere wurden verletzt. Die Polizei warnte vor einer «akuten Terrorlage». Drei Männer mit «Langwaffen» seien auf der Flucht, mittlerweile gehen die Beamten von einem einzigen Täter aus. Der 18 Jahre alte Deutsch-Iraner hat sich selbst erschossen.

veröffentlicht am 22.07.2016 um 18:47 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 12:56 Uhr

Was wir wissen

  • Schießerei in Münchner Olympia Einkaufszentrum
  • Erster Notruf um 18 Uhr
  • Polizei bestätigt zehn Todesopfer, darunter der Täter
  • 16 Menschen wurden verletzt
  • Der Täter war ein 18-jähriger Deutsch-Iraner
  • Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass er als Einzeltäter handelte
  • Polizei warnte am Freitag: Bleiben Sie in Ihren Häusern und verlassen Sie die Straße
  • Die MVG hatte die gesamte U-Bahn gesperrt, seit Samstagmorgen fahren die Bahnen wieder
  • Die Polizei hatte den Amokalarm ausgerufen
  • Bis Samstagmorgen fuhr kein öffentlicher Personennahverkehr, auch der Hauptbahnhof war gesperrt.
  • Ärzte und Schwestern wurden zu den Münchner Krankenhäusern gerufen
  • Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) setzten ein Krisentreffen in der Staatskanzlei in München an.
  • In Berlin kommt am Samstag der Bundessicherheitsrat zusammen.
  • Im Olympia-Einkaufszentrum befanden sich nach Angaben der Polizei am Abend keine Kunden mehr.
  • Die Ermittler gehen von einem "klassischen Amoklauf" aus, begangen von einem vermutlich psychisch kranken Einzeltäter. Einen Bezug zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sehen die Ermittler derzeit nicht.

Der Amoklauf von München im Minutenprotokoll

02.26 Uhr: Am Freitagabend und in der Nacht gab es nach Angaben der Polizei 2300 Einsatzkräfte in München.

02.24 Uhr: Bei dem Täter handelt es sich um einen 18 Jahre alten Deutsch-Iraner, teilt die Polizei mit.

01.39 Uhr: Die Polizei gibt eine neue Opferzahl bekannt. Nach dem Attentat in München ist die Zahl der Toten auf zehn gestiegen.

01.30 Uhr: Entwarnung für München: Die Polizei ist sich so gut wie sicher, dass es sich bei dem Attentäter um einen Einzeltäter gehandelt hat. Der Mann habe sich selbst getötet, teilen die Ermittler mit.

01.05 Uhr: Die Zahl der Verletzten hat sich erhöht. Die Verletzungen reichen laut Polizei von leicht bis schwer.

00.40 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) ordnet für Samstag Trauerbeflaggung an allen staatlichen Dienstgebäuden an.

00.21 Uhr: Mindestens zehn Verletzte sind der Polizei bisher bekannt.

23.36 Uhr: Statt Bilder und Videos selbst zu veröffentlichen, solle man sie der Polizei zur Verfügung stellen, bitten die Beamten und twittern einen Upload-Link.

23.25 Uhr: Das Kanzleramt teilt mit, dass am Samstag das Bundessicherheitskabinett in Berlin zusammenkommt.

22.38 Uhr: Nach dem Fund einer weiteren Leiche - ein Mann - im näheren Umfeld des Münchner Olympia-Einkaufszentrums prüft die Polizei, ob es sich um einen Täter handeln könnte. Sie untersucht auch einen Rucksack, den er getragen hat - und der auf einem Video zu sehen ist.

22.37 Uhr: Im Umfeld des OEZ entdeckten Beamte eine männliche Leiche, die durch einen Kopfschuss zu Tode kam. Die Polizei prüft, ob es sich um einen Tatbeteiligten handelt.

22.34 Uhr: Das Einkaufszentrum ist geräumt, die Polizei geht weiterhin von drei weiteren flüchtigen Tätern aus. Das Motiv der Täter ist immer noch unklar.

22.32 Uhr: Polizei in München bestätigt: es gibt 8 Tote.

22.31 Uhr: Auch die Moscheen in München öffnen heute Abend ihre Türen, um Menschen aufzunehmen, die nicht rechtzeitig sicher nach Hause kommen konnten.

22.28 Uhr: Nach der Schießerei in München beteiligt sich auch die Spezialeinheit GSG9 am Polizeieinsatz.

22.27 Uhr: Nach der Schießerei in München hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) seinen geplanten USA-Urlaub abgesagt.

22.13 Uhr: Die Münchener Tageszeitung „tz“ meldet, ihren Information zufolge sei ein Täter tot. Der Bereich um die Leiche sei abgesperrt, weil nicht sicher sei, ob die Person Sprengstoff bei sich trage. Die Informationen sind noch nicht offiziell bestätigt.

22.00 Uhr: Auf Twitter verabreden sich viele User zu einem sanften Protest gegen die Bilder der Gewalt, die mit der Terrortat verbunden sind und posten stattdessen süße Tierbilder.

21.49 Uhr: Der bayerische Innenminister Herrmann hat sich korrigiert: Es gebe mindestens einen Täter, nicht mindestens drei.

21.37 Uhr: Die Bundesregierung stellt sich auf eine Krisenlage wegen der tödlichen Attacken in München ein. Am Freitagabend kamen nach dpa-Informationen im Kanzleramt Mitarbeiter zusammen, um die Geschehnisse in der bayerischen Landeshauptstadt zu verfolgen und Kontakt mit allen zuständigen Stellen zu halten. 
Alle von den Angriffen thematisch betroffenen Regierungsmitglieder seien alarmiert, hieß es. 

21.31 Uhr: Es gibt aktuell KEINE Hinweise auf einen islamistischen Terroranschlag.

21.29 Uhr: Die Zahl der bestätigten Todesopfer nach dem Attentat in München ist aufmindestens sechs gestiegen. Das teilte die Polizei über Twitter mit.

21.23 Uhr: Die Polizei bietet Augenzeugen an, Handyvideos zu Beweiszwecken auf einen Server der Polizei hochzuladen.

21.22 Uhr: In der Münchner Innenstadt haben Restaurants aus Sicherheitsgründen geschlossen. Das Hofbräuhaus wurde von allen Gästen verlassen. Das bekannte bayerische Restaurant „Ratskeller“ unter dem Marienplatz ist seit 20 Uhr abgeriegelt. 

21.21 Uhr: Polizei bestätigt 5 Tote.

21.19 Uhr: Weitere Tatorte neben dem Olympiaeinkaufszentrum, wo vermutlich sechs Menschen getötet wurden, kann die Polizei derzeit nicht bestätigen. 

21.09 Uhr: Nordrhein-Westfalen hat die Polizei in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Das gelte für alle Polizeieinheiten, sagte Regierungssprecher Thomas Breustedt. Es gehe dabei um den Schutz von Großveranstaltungen und größeren Menschenansammlungen. Details nannte er nicht. Es handele sich aber ausdrücklich um eine Reaktion auf die Vorfälle in München.

21.00 Uhr: Es soll ein Twitter-Video geben, das einen der Täter auf einem Parkdeck zeigt zeigt.

20.51 Uhr: Die Staatskanzlei öffnet für etwa 50 Passanten laut ARD die Tore, CSU-Chef Seehofer und bayerischer Innenminister Herrmann sind auf dem Weg nach München.

20:49 Uhr: Polizei ruft wegen des Großeinsatzes alle Autofahrer auf, von den Autobahnen in Richtung der Landeshauptstadt abzufahren.

20.44 Uhr: Die Polizei spricht in einer offiziellen Mitteilung von einer „akuten Terrorlage“ in München.

20.40 Uhr: Laut BR ist das GSG 9 auf dem Weg nach München.

20.39 Uhr: Laut Münchner Polizei sind drei Täter mit Langwaffen auf der Flucht.

20.35 Uhr: Der Bayerische Rundfunk berichtet von sechs Toten. 

20.30 Uhr: München hat Massenanfall Verletzte ausgelöst. Ärzte und Schwestern wurden zu Münchner Krankenhäusern gerufen.

20.29 Uhr: Bei RTL sagt ein Augenzeuge: „Täter hat ‚Scheiß Ausländer!‘ gerufen, hatte Springerstiefel an.“

20.27 Uhr: Der Nachrichtensender n-tv berichtet unter Berufung auf Augenzeugen, dass es im Brauhaus „Franziskaner“ angeblich Schüsse gab.

20.24 Uhr: Facebook aktiviert den „Safety Check“ („Sicherheitscheck“) für München, womit Bewohner mitteilen können, dass sie in Sicherheit sind.

20.18 Uhr: Das Hotel Vier Jahreszeiten bietet Hilfesuchenden Platz an. Die Adresse ist Maximilianstraße 17 in 80539 München. Privatleute bieten unter dem Hashtag #offenetür #opendoor #porteouverte Menschen Schutz in #München.

20.09 Uhr: Der Hauptbahnhof in München ist ebenfalls komplett gesperrt. Es fahren keine Züge ein.

20.08 Uhr: Die Polizei bittet keine Fotos oder Filme online zu stellen. Damit unterstützt man nur die Täter. 

20.07 Uhr : Es gibt ein Foto, das angeblich Tote aus dem OEZ zeigt. Diese Bilder stammen aus Südafrika, sind also ein Fake.

19:59 Uhr: Bei der Schießerei in München hat es vermutlich mindestens sechs Tote sowie mehrere Verletzte gegeben. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Freitag aus Ermittlerkreisen. Offiziell wollte ein Polizeisprecher die Zahlen nicht bestätigen.

19:48 Uhr: Der gesamte Verkehr bei U-Bahn, Straßenbahn und Bussen wird eingestellt, wie die Münchner Verkehrsgesellschaft mitteilt. Die Polizei fordert die Bevölkerung auf, U-Bahnen und S-Bahnen zu meiden.

19:45 Uhr: Laut Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sind es „mindestens drei Täter“ gewesen. Sie sind auf der Flucht. Es habe „mehrere Tote“ und Verletzte gegeben.

19:38 Uhr: Das Innenministerium bestätigt drei Tote.

19.12 Uhr: Erste Augenzeugen berichten auch von Schüssen und einem Polizeieinsatz am Münchner Karlsplatz/Stachus.

19.11 Uhr: Es mehren sich die Gerüchte, dass es Schüsse am Stachus, am Odeonsplatz und am Alternativ-Festival Tollwood, das nahe des Olympiaeinkaufszentrum liegt, gegeben haben soll.

19.07 Uhr: In München ist der Amokalarm ausgelöst, das heißt alle verfügbare Streifen und SEKs sind beim OEZ. Außerdem alle Krankenwagen. Der Täter ist wohl noch nicht überwältigt, er soll an drei Stellen geschossen haben. Offenbar ist auch der Katastrophenalarm in Münchner Kliniken ausgerufen worden.

19.07 Uhr: Augenzeugenberichten zufolge, soll der Täter auf der Flucht sein. Die Münchner Polizei twitterte um 19.05 Uhr, dass die Menschen in ihrenWohnungenbleiben und die Straße verlassen sollen.

18.56 Uhr: Ein oder mehrere Täter sind noch flüchtig. Die Polizei bittet die Münchner, sich vom OEZ fernzuhalten.

18.50 Uhr: Es gibt Neuigkeiten zu möglichen Opferzahlen. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet, dass es einen Toten und zehn Verletzte geben soll.

18.46 Uhr: Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die Polizei bestätigt habe, dass bei einer Schießerei mehrere Menschen ums Leben gekommen seien.

18.44 Uhr: Der U-Bahn Verkehr nahe der Station OEZ ist natürlich unterbrochen. SEK, Polizei und Feuerwehr sowie Krankenwagen sind im Einsatz.

18.40 Uhr: Ein Mitarbeiter des OEZ berichtet, dass ein Täter wild um sich geschossen habe, alle Leute mussten fliehen. Einsatzkräfte berichten, dass die Täter derzeit flüchtig sind. Eine Sprecherin der Polizei teilt mit, dass es "wohl etwas Größeres" sei.

18.38 Uhr: "Vor Ort sind hunderte Polizisten, teils mit schweren Waffen und Schutzschilden.Feuerwehr schickt Passanten weg", berichtet der BR.

18.37 Uhr:Fotos von Augenzeugen zeigen mindestens einen Menschen, der regungslos auf dem Boden liegt und mit Rettungsfolie abgedeckt ist.

 

dpa



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