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Getötete 16-Jährige: Mann „mehrfach vorbelastet“ / Sexualdelikt ausgeschlossen

Verdächtiger war auf Bewährung frei

BARSINGHAUSEN. Der 24-Jährige, der vergangenes Wochenende die 16-jährige Anna Lena in Barsinghausen getötet haben soll, ist schon öfter wegen Gewalttaten in Erscheinung getreten. „Er ist mehrfach vorbelastet“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Zuletzt verbüßte er eine längere Haftstrafe, erst im Januar kam Ronald M. auf Bewährung aus dem Gefängnis frei.

veröffentlicht am 22.06.2018 um 18:15 Uhr

Kerzen, Blumen und ein Stoffherz liegen am Fundort der getöteten 16-Jährigen.

Autor:

Peer Hellerling

Laut Klinge habe der junge Mann aber nicht alle Straftaten im Raum Hannover begangen. „Der Schwerpunkt liegt in anderen Regionen“, so der Oberstaatsanwalt. „Seine Jugend verbrachte er nicht hier.“ Genauer wird Klinge nicht.

M. lebt seit fast 20 Jahren in Deutschland. Nach Angaben auf seinem Facebook-Profil wohnte er früher in Baden-Württemberg, ging dort zur Schule und kam im März 2015 nach Hannover. In dem sozialen Netzwerk inszeniert sich der 24-Jährige zudem als Gangster. Es sind Fotos von Waffen, Geldbündeln und Drogen zu sehen, außerdem raucht er und streckt den Mittelfinger in die Kamera. Auf einem Bild trägt M. ein T-Shirt mit der Aufschrift „Die happy“ (Stirb glücklich). Unterdessen dauern die Untersuchungen im Fall um die getötete Anna Lena weiter an.

Die beiden am Donnerstag bei einer Suchaktion gefundenen Gegenstände werden laut Klinge zurzeit analysiert, ob sie wirklich mit der Tat in Verbindung gebracht werden können. Die verschwundene Handtasche der Schülerin konnte bislang nicht wiedergefunden werden. Die Polizei hofft auf weitere Zeugenhinweise. Selbst „unbedeutende Beobachtungen“ könnten den Beamten laut Klinge eventuell helfen.

Gleichzeitig versuchen die Ermittler, unter anderem mittels DNA-Analyse, eine Verbindung zwischen dem Verdächtigen und Anna Lena herzustellen.

Ein Sexualdelikt schlossen die Ermittler nach der Obduktion der Leiche aus. Ob es jedoch versucht wurde, kann die Polizei bislang nicht sagen. Der 24-Jährige sitzt seit Montag in Untersuchungshaft und streitet die Tat ab. Offen ist ebenfalls, ob Ronald M. auch die im April getötete Veronika B. umgebracht haben könnte.

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