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Kampfmittelbeseitigungsdienst rückt aus

Verdächtiger Gegenstand aus Weser von Experten untersucht

HAMELN. Ein Sprengmeister des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen hat am Donnerstagvormittag in Hameln einen verdächtigen Gegenstand begutachtet. Das stark verrostete rohrförmige Metallteil war von einem Hamelner (55) unterhalb des Saint-Maur-Platzes entdeckt worden – es lag am Ufer der Weser, ganz in der Nähe der Thiewallbrücke.

veröffentlicht am 01.11.2018 um 14:40 Uhr
aktualisiert am 01.11.2018 um 20:30 Uhr

Am Fundort – Sprengmeister Jürgen Koppelmeyer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen begutachtet den verdächtigen Gegenstand, der an der Weser gefunden wurde. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Jürgen Koppelmeyer war extra von Hannover nach Hameln gekommen, um herauszufinden, ob es sich bei dem Fundstück um eine Wurfgranate handelt. „Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg stellen immer noch eine große Gefahr dar und können explodieren, wenn man sie bewegt“, sagte der Delaborierer – und riet: „Finger weg, wenn Sie verdächtige Dinge finden! Rufen Sie unbedingt die Polizei! Wir kommen lieber zweimal zu viel, als einmal zu wenig.“

Erst vor ein paar Wochen hatte der Räumdienst vor der Gefahr gewarnt. Vor allem in der Nähe von Brücken würden Kampfmittel gern in Flüsse geworfen, sagte Sprengmeister Marcus Rausch vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Dewezet. „Frei nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn.“ Ziehe sich das Wasser zurück, tauchten die brisanten Relikte aus der Vergangenheit wieder auf.

Gefährlich sei das, warnt Experte Rausch. Es seien vor allem Leute, „die etwas zu Hause in der Vitrine hatten oder zufällig auf dem Dachboden gefunden haben“, die Waffen und Infanteriemunition dann illegal in Gewässern entsorgen.

Sein Kollege Koppelmeyer hat von Leuten gehört, die verdächtige Gegenstände mit Hilfe von Google identifizieren wollten. So etwas könne diesen Personen Kopf und Kragen kosten, sagt Experte.

Zurück zu dem unbekannten Fundstück an der Weser: Experte Koppelmeyer hat den Gegenstand untersucht. Nachdem er vorsichtig die dicke Rostschicht entfernt hatte, stand fest: Das Teil besteht aus Eisen und Holz. Der vordere Teil sieht aus, als sei er von Hand geschmiedet worden. In einem Schaft steckte ein abgebrochener Holzstiel. Die Bruchstelle ist verkohlt. Um was es sich handelt, kann Koppelmeyer nicht sagen.

Möglich, dass es etwas Historisches ist – vielleicht sind es Überreste einer Lanze. Aber das ist Spekulation. Eines ist gewiss: Von dem Relikt geht keine Gefahr aus. „Es handelt sich eindeutig nicht um ein explosives Kampfmittel.“



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