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Polizei sucht Zeugen

Unfallflucht: Fahrradfahrer liegt tot auf der B65

BÜCKEBURG. Ein Fahrradfahrer ist am späten Dienstagabend auf der Bundesstraße 65 im Bereich der Einmündung zur Hannoverschen Straße in Bückeburg tot aufgefunden worden. Wie es zu dem Unfall kam, ist noch unklar. Die Polizei bittet um Hinweise.

veröffentlicht am 12.12.2018 um 09:56 Uhr
aktualisiert am 12.12.2018 um 18:24 Uhr

Thomas Wünsche

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Redakteur zur Autorenseite
Tödlicher Unfall auf der Bundesstraße 65 in Bückeburg: Ein noch unbekanntes Fahrzeug hat am Dienstagabend gegen 22.45 Uhr an einer Ampel einen 70 Jahre alten Radfahrer erfasst. Der Senior wurde mehrere Meter mitgerissen und starb noch an der Unfallstelle. Der Fahrer setzte die Fahrt fort – ohne sich um den Schwerstverletzten zu kümmern.

Der Radfahrer wurde erst später von anderen Verkehrsteilnehmern gefunden. Die Polizei ermittelt jetzt wegen Unfallflucht. Noch in der Nacht wurden in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bückeburg Sachverständige hinzugezogen. Die B 65 wurde dazu bis 3.30 Uhr gesperrt und durch die Feuerwehr ausgeleuchtet. „Wir gehen aufgrund des Verletzungsbildes derzeit davon aus, dass es sich bei dem Unfallfahrzeug um einen größeren Wagen mit hohem Aufbau handelt. Das kann ein Lkw mit oder ohne Anhänger sein, muss es aber nicht“, sagt Polizeisprecher Matthias Auer. Auch ein Lieferwagen („Sprinter“) komme in Frage, ein Pkw scheide dagegen aus.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand wollte der 70-Jährige das Fahrrad offenbar an der Ampel über die Straße schieben. Auer: „Der Radfahrer war zwar dunkel gekleidet, aber der Bereich der Kreuzung ist gut ausgeleuchtet.“ Die Beamten gehen davon aus, dass der Unfallfahrer aus Richtung Minden kam und seine Fahrt in Richtung Obernkirchen/Stadthagen fortsetzte. Dass der Fahrer den Unfall bemerkt hat, sei zwar sehr wahrscheinlich, aber gleichwohl nicht zwingend. „Sollte er ihn mitbekommen haben, ist er vielleicht kurz danach rechts an den Straßenrand gefahren und hat einen Moment gehalten, um den Schreck zu verarbeiten und sich zu sammeln“, überlegt der Pressesprecher. Genau das könnte Zeugen aufgefallen sein, die die Polizei Bückeburg jetzt sucht. Sie fragt: Wer hat am Dienstagabend gegen 22.45 Uhr im Bereich der B 65/Einmündung Hannoversche Straße einen Lkw oder Sprinter kurz halten oder wieder anfahren gesehen? Wem ist ein solches Fahrzeug dort aufgrund seiner Fahrweise aufgefallen? Sollte der Lkw-Fahrer von dem Unfall nichts mitbekommen haben und erst jetzt davon erfahren haben, sei er gut beraten, sich sofort bei der Polizei zu melden.

Die B 65 wurde im Bereich der Unfallstelle zwecks Spurensicherung durch vier Experten der Dekra am frühen Nachmittag nochmals für etwa eine Stunde voll gesperrt. Auch das Landeskriminalamt sollte laut Auer eingeschaltet werden, um die Spuren des Unfalls zu untersuchen.

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Zeugenhinweise nimmt die Polizei Bückeburg unter der Telefonnummer 05722/95930 entgegen.

Information

Schutz nötig

Vor drei Wochen  ist in Burgdorf eine 16-Jährige auf ihrem Fahrrad von einem abbiegenden Lastwagen erfasst und getötet worden. Der Fahrer hatte sie offenbar nicht bemerkt und den Körper Dutzende Meter mitgeschleift. Es war der Tag, als in der Nähe, in Garbsen, ein neuartiges Schutzsystem für Radfahrer in Betrieb ging. Wärmesensoren können Menschen ab einer Entfernung von 40 Metern vor einem Abzweig erkennen. An einem Mast blinken dann vier Leuchten, die Lkw- und Autofahrer vor der Gefahr im toten Winkel warnen. Der Fahrradclub ADFC befürchtet 2018 in Deutschland bis zu 45 Todesfälle wie in Burgdorf; im Vorjahr waren es 38. Sowohl der Radverkehr als auch der Straßengüterverkehr in den Städten nehmen zu, heißt es.  dpa/red



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