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Böswillige Alarmierung sorgt für Ärger in Oldendorf

Unbekannter behauptet Zirkuszelt würde brennen

OLDENDORF. Der Mann, der am späten Dienstagabend um 22.54 Uhr den Notruf 112 gewählt hatte, klang sehr aufgeregt. Er benutzte den Namen des Zirkus-Chefs. „Kommen Sie schnell zum Sportplatz an der Schulstraße in Oldendorf. Das Zirkuszelt brennt. Da sind noch Tiere drin.“ Doch bei dem Anruf handelte es sich um eine böswillige Alarmierung.

veröffentlicht am 30.08.2017 um 19:22 Uhr

„Kommen Sie schnell... Das Zirkuszelt brennt. Da sind noch Tiere drin!“ Mit diesen Worten löste ein Unbekannter einen nächtlichen Feuerwehreinsatz aus. Foto: leo
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Nachfragen des Disponenten ließ er nicht zu. „Ich habe jetzt keine Zeit zum Quatschen. Ich muss meine Tiere retten…“ Sekunden später heulten in Oldendorf die Sirenen. 22 Freiwillige sprangen aus ihren Betten oder ließen daheim alles stehen und liegen. Die Stützpunktwehr rückte mit drei Feuerwehrfahrzeugen an.

„Wir waren schnell vor Ort, mussten leider feststellen, dass uns jemand übel mitgespielt hat“, sagt der stellvertretende Gemeindebrandmeister Dirk Habenicht. Ein Unbekannter hatte von einer Telefonzelle aus grundlos die Feuerwehr gerufen. Im Zirkus Ricardo hat es jedenfalls zum Glück nicht gebrannt. Habenicht spricht von einer „böswilligen Alarmierung“, die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen – wegen des Missbrauchs von Notrufen. Das Strafgesetzbuch sieht für diese Tat eine Freiheitsstrafe (bis zu einem Jahr) oder eine Geldstrafe vor. „Die Kommunen können einem Täter zudem die Kosten für den Einsatz in Rechnung stellen“, sagt der Feuerwehrmann. „Das kann richtig teuer werden.“ Habenicht und seine Mitstreiter sind sauer. „Das ist kein Dummejungenstreich... Wir machen den Job freiwillig, müssen alle am nächsten Tag wieder zur Arbeit. Außerdem kann in der Hektik schnell mal ein Kamerad auf dem Weg zum Gerätehaus verunglücken.“

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