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Feuerwehr und Umweltschutz-Behörde im Einsatz

Umweltalarm in Klein Berkel

HAMELN. Aus dem Lastwagen einer Firma für Transformatorentechnik ist in der Nacht von Montag auf Dienstag eine offenbar größere Menge einer mit Mineralöl vermischten Flüssigkeit, die zum Kühlen benutzt wird, ausgelaufen.

veröffentlicht am 28.11.2017 um 07:32 Uhr
aktualisiert am 28.11.2017 um 18:30 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
Als die Feuerwehrleute Manuel Kutschera und Dominic Matthies am Dienstagmorgen um kurz nach 7 Uhr zur Berkeler Warte geschickt wurden, um dort Öl, das aus einem Lastwagen ausgelaufen war, zu beseitigen, ahnten sie nicht, dass das der Beginn eines der größten Umweltschutz-Einsätze in der Geschichte der Stadt Hameln werden würde. Der Ölbekämpfungseinsatz zog sich über zwölf Stunden hin. Er beschäftigte haupt- und ehrenamtliche Kräfte der Feuerwehr Hameln, Freiwillige der Feuerwehr Kirchohsen und Experten des an der Feuerwehrtechnischen Zentrale stationierten Gefahrgutzuges, die Umweltbehörde der Stadt Hameln, den Bauhof und die Abwasserbetriebe Weserbergland. Mit drei großen Saugwagen wurden bis zum Abend rund 30 000 Liter kontaminiertes Wasser zum Entsorgungsunternehmen „Tönsmeier“ gebracht.

Der Fahrer einer Hamburger Firma, die sich auf Transformatorentechnik spezialisiert hat, hatte in einem Hotel übernachtet. Als er am Morgen zu seinem Transporter zurückkehrte, entdeckte er, dass eine Flüssigkeit aus dem Fahrzeug getropft war. Es handelt sich um „Nytro Lyra X“, ein Isolieröl, das nach Angaben der Feuerwehr zum Kühlen von Transformatoren benutzt wird. Das sehr dünnflüssige Produkt setzt sich aus mehreren Destillaten auf Erdölbasis zusammen. Das Isolieröl sei umweltgefährdend, sagte Brandamtmann Thomas Breitkopf vom Einsatzführungsdienst. Bei Redaktionsschluss ging die Feuerwehr davon aus, dass über Nacht etwa 35 Liter ausgelaufen sind. Nicht viel, könnte man meinen. Allerdings kann ein Tropfen Öl mehrere Hundert Liter Wasser unbrauchbar machen. Das Gemisch verteilte sich auf einer Fläche von 100 Quadratmetern, lief zum Teil in einen Gully. Von dort gelangte es über einen unterirdischen Kanal und einen Wassergraben in die Humme. Eine vermutlich geringe Menge dürfte in die Weser gespült worden sein. Das wird aber von Experten als unproblematisch bezeichnet, weil der Fluss zurzeit große Mengen Wasser führt und sich die Substanz darin stark verdünnt.

Um zu verhindern, dass größere Mengen „Nytro Lyra X“ in die Weser gespült werden, ließ Marie Köhn von der Unteren Wasserbehörde der Stadt Hameln eine Ölsperre errichten. Feuerwehrleute aus Kirchohsen brachten in der Nähe der Flussmündung eine Spezialsperre in Stellung, die mit Pressluft aufgeblasen wurde und mit Gewichten in Position gehalten wird. „Dort war die Strömung nicht ganz so stark“, sagte Breitkopf. Um die Sperre mit vereinten Kräften über die Humme ziehen zu können, mussten die Emmerthaler Verstärkung aus Hameln anfordern. Auf dem Parkplatz gingen derweil die Reinigungsarbeiten weiter. Mit reichlich Wasser wurden die Pflastersteine abgespritzt. Die Besatzung des Feuerwehr-Tankwagens aus Kirchohsen sorgte dafür, dass das Öl-Wasser-Gemisch über einen Saugschlauch in das Fahrzeug gepumpt wurde. Allerdings drückte immer Öl aus den Fugen nach oben. Auch ein Saugwagen der Abwasserbetriebe war im Einsatz, um zwei Regenwasserkanäle zu spülen. Mit einem Druck von 140 bar wurde Wasser durch feine Düsen in die Rohre gesprüht. Auf der Humme bildete sich ein mehrere Meter breiter Ölfilm. Er staute sich vor der Ölsperre. Der bunt schillernde Film konnte mithilfe von Saugwagen abgepumpt werden.

Ölbekämpfungseinsatz: Die Flüssigkeit ist großflächig über den Parkplatz gelaufen. Foto: ube
  • Ölbekämpfungseinsatz: Die Flüssigkeit ist großflächig über den Parkplatz gelaufen. Foto: ube
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