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Täter geben sich als Ableser und Polizisten aus

Trickbetrüger bestehlen 90-Jährigen: Zwei Vorfälle in 90 Minuten

HAMELN. In der Klütstraße in Hameln ist ein 90-Jähriger am Donnerstag innerhalb von 90 Minuten gleich zweimal Opfer von Trickdieben geworden. Erst kamen drei angebliche Wasserableser, danach zwei angebliche Polizisten. Gestohlen wurden Geld und eine Brosche. Die Täter beschreibt der 90-Jährige als etwa 60 Jahre alt.

veröffentlicht am 12.08.2016 um 13:59 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:36 Uhr

Sie hatten sich zunächst als Ableser und kurz darauf als Polizeibeamte ausgegeben. Die Taten hätten sich am Donnerstag zwischen 12 Uhr und 13.30 Uhr an der Klütstraße ereignet, sagte Hauptkommissar Jörn Schedlitzki am Freitag.

Gegen 12 Uhr klingelten zunächst drei Männer an der Haustür des Seniors und gaben vor, die Wasseruhr ablesen zu wollen. Auf diese Weise verschafften sich die Diebe Zugang zur Wohnung. Zwei Täter lenkten den Senior ab, der dritte suchte derweil in aller Seelenruhe nach Diebesgut. Er fand eine Geldkassette und nahm sie mit. Als die Kriminellen das Haus verließen, ahnte der Rentner noch nicht, dass er bestohlen worden war.

Gegen 13.30 Uhr klingelte es erneut an der Tür. Diesmal gaben zwei Täter vor, Polizeibeamte zu sein. Sie gaukelten dem Hamelner vor, sie hätten gerade einen Dieb festgenommen und bei ihm die Geldkassette gefunden. Die Täter händigten dem Senior die Kassette aus und ließen sich von ihm das Schlafzimmer zeigen, wo sich die Tat ereignet hatte. Dabei erbeuteten die falschen Polizisten Geld und eine Brosche. Der Diebstahl wurde von dem 90-Jährigen erst bemerkt, als die Trickdiebe längst über alle Berge waren. Die Fahndung der kurz darauf alarmierten „echten“ Polizei blieb freilich ohne Erfolg. Von den Gesuchten ist lediglich bekannt, dass sie „zirka 60 Jahre alt“ sind.

Die Ermittler hoffen, dass Nachbarn verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben. Hinweise werden unter Tel. 05151/933222 entgegengenommen.

Für Trickdiebe, die in Wohnungen aktiv werden wollen, gibt es nur ein ernsthaftes Hindernis, das sie überwinden müssen, um an das Geld ihrer Opfer zu kommen: die Korridortür. Um sich Zutritt zur Wohnung zu verschaffen, täuschen die Täter gern offizielle Funktionen (Stromableser oder Ermittler) vor.

Zum Schutz vor Trickdieben gibt die Polizei folgende Ratschläge:

- Lassen Sie keine Fremden in die Wohnung!

- Sehen Sie sich Besucher vor dem Öffnen durch den Türspion oder mit einem Blick aus dem Fenster an und machen Sie von Ihrer Türsprechanlage Gebrauch.

- Öffnen Sie die Wohnungstür niemals sofort - legen Sie immer Sperrbügel oder Sicherheitskette an.

- Ziehen Sie telefonisch eine Nachbarin oder einen Nachbarn hinzu, wenn unbekannte Besucher vor der Tür stehen, oder bestellen Sie die Besucher zu einem späteren Termin, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist.

- Fordern Sie von Amtspersonen immer den Dienstausweis und prüfen Sie ihn sorgfältig (nach Druck, Foto und Stempel). Sorgen Sie dazu für gute Beleuchtung und benutzen Sie, wenn nötig, eine Sehhilfe.

- Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an. Suchen Sie dazu die Telefonnummer selbst heraus und ziehen Sie telefonisch eine Nachbarin oder einen Nachbarn hinzu.

- Lassen Sie Handwerker nur dann herein, wenn Sie sie selbst bestellt haben oder wenn sie von der Hausverwaltung angekündigt worden sind.

- Nehmen Sie nichts für Nachbarn ohne deren Ankündigung oder Auftrag entgegen.



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