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Es geht um Einbrüche und Tankbetrug

Tresore geknackt: Mutmaßliche Bandenmitglieder vor Gericht

HAMELN. Sie sollen über Monate hinweg Einbrüche begangen und auch Tresore geknackt haben – wie viele Taten auf das Konto der Bande gehen, weiß wohl nur deren Boss. Zwei mutmaßliche Mitglieder, die geschnappt wurden, müssen sich in wenigen Tagen vor der 12. Großen Strafkammer des Landgerichts Hannover verantworten – unter anderem wegen schweren Bandendiebstahls.

veröffentlicht am 15.11.2018 um 16:37 Uhr

März 2017: Panzerschrank-Knackern auf der Spur: Ein Ermittler der Tatort-Gruppe aus Hameln hat einen Tresor untersucht, den Einbrecher auf einem Waldweg aufgebrochen haben. Der Kommissar lässt ihn mit einem Kran bergen und zur Kriminaltechnik bringen
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Lasha I. (32) und Tomas H. (33) sollen gemeinsam mit Komplizen, die die Polizei bislang nicht identifizieren konnte, Straftaten begangen haben. „Die Angeklagten sollen Teil einer Gruppierung sein, die sich zusammengeschlossen hat, um wiederholt Einbrüche in Gewerbeobjekte zu begehen und Tresore aufzubrechen“, sagt der Richter und Pressedezernent des Landgerichts, Hans-Christian Rümke. Die Clique hatte es auf Geld und Wertgegenstände abgesehen. Lasha I. werden fünf, Tomas H. neun Taten zur Last gelegt. Die meisten Einbrüche sollen die mutmaßlichen Serientäter in Hameln begangen haben. Im Frühjahr vergangenen Jahres hatte sich Einbrüche gehäuft, bei denen Tresore noch am Tatort geknackt oder weggeschafft werden.

Vermutlich handelt es sich bei den Tatverdächtigen um sogenannte reisende Täter. So werden Kriminelle genannt, die aus dem Ausland stammen und nach Deutschland einreisen, um hier eine Zeit lang Straftaten zu begehen. Ein Tatverdächtiger gab bei seiner Festnahme an, er sei gerade auf der Rückfahrt nach Georgien. Der andere Mann stammt aus der Slowakei. Er sprach von einem „kurzen Aufenthalt“ in Deutschland. Sollten die angeklagten Taten auf das Konto von Lasha I. und Tomas H. gehen, dann waren sie immerhin von Januar bis August 2017 im Weserbergland aktiv. Die Ermittlungen in diesem offenbar komplexen Fall hatte die Kriminalpolizei-Inspektion Hildesheim übernommen – diese Spezialdienststelle ist vornehmlich für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität zuständig.

Die Staatsanwaltschaft hat in ihrer Anklageschrift diverse Fälle aufgelistet.

  • 13. Januar: Einbruch in ein Lager eines Automaten-Aufstellers an der Wehrberger Straße in Hameln. Die Beute fiel mager aus: 139 Euro und ein paar Schoko-Riegel.
  • 15. Januar: Einbruch in eine Tischlerei an der Hagenohsener Straße in Hastenbeck. Ein Panzerschrank wurde geknackt und geplündert. Beute: mehr als 6000 Euro.
  • 31. Januar: Einbruch in das Büro eines Autohändlers in Bad Münder an der Straße „Am Stellwerk“. Die Täter mussten ohne Beute türmen.
  • 25. März: Einbruch in ein Mehrfamilienhaus am Rettigs Grund in Hameln. Im Keller fanden die Diebe einen Tresor mit mehr als 10 000 Euro und weitere 700 Euro in bar. Diese Tat soll Tomas H. gemeinsam mit einem anderen Mann begangen haben.
  • 7. August: Einbruch in einen Getränkehandel am Kötnerweg in Fischbeck. In diesem Fall mussten die Täter ohne Beute abziehen. Sie hatten die Alarmanlage ausgelöst.
  • 8. August: An diesem Tag sollen die Angeklagten an der Aral-Tankstelle an der Deisterstraße in Hameln getankt haben – ohne den Sprit zu bezahlen.
  • Tomas H. soll drei weitere Male ein Auto aufgetankt und das Benzin nicht bezahlt haben.

Der Prozess beginnt am 20. November um 8 Uhr im Saal 1 H 1. Vier weitere Verhandlungstage wurden angesetzt. Am 18. Dezember könnten die Urteile gesprochen werden.



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