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Opfer nach Notoperation außer Lebensgefahr

Treppe runtergeworfen, niedergestochen: Versuchte ein Vater, seinen Sohn zu töten?

Hameln. Zwischen Vater und Sohn ist es am Mittwoch gegen 20.30 Uhr, in der Wohnung eines 57 Jahre alten Hamelners zunächst zu einer heftigen verbalen Auseinandersetzung gekommen. Der Streit zwischen den beiden alkoholisierten Männern eskalierte wenig später im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses. Nach den bisherigen Erkenntnissen soll der Vater seinen 29 Jahre alten Sohn zunächst die Treppe hinabgestoßen und anschließend, vermutlich mit einem Messer, in den Bauch gestochen haben.

veröffentlicht am 12.01.2017 um 09:57 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 18:23 Uhr

hm104  Mord ube 1301
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Blutspuren an den Wänden des Treppenhauses sind stumme Zeugen eines Gewaltverbrechens, das sich am Mittwochabend in einem Mehrfamilienhaus an der Hamelner Morgensternstraße abgespielt hat. Ein 29 Jahre alter Mann hätte die brutal ausgeführte Tat um ein Haar nicht überlebt. Er schwebte in Lebensgefahr, als er in die Notaufnahme des Sana-Klinikums eingeliefert wurde. Chirurgen führten noch in der Nacht eine Notoperation durch – und bewahrten den Hamelner vor dem Tod.
Der Vater (57) des Opfers steht im Verdacht, seinen Sohn zunächst die Treppe hinabgestoßen zu haben. Dann soll er ihm einen spitzen Gegenstand in den Bauch gerammt haben. Die Polizei vermutet, dass es sich bei der Tatwaffe um ein Messer handelt.
Der Verdächtige sei nach dem Verbrechen zurück in seine Wohnung gegangen, berichtet Oberkommissar Andreas Appel. Polizisten nahmen ihn dort wenig später vorläufig fest. „Er hat keinen Widerstand geleistet.“
Der Schwerstverletzte war gegen 20.30 Uhr gefunden worden. Eine Frau, die sich ebenfalls in der Wohnung aufgehalten hatte, soll den Notruf gewählt haben.
Ein Notarzt, mehrere Rettungsassistenten und Feuerwehrleute waren rasch zur Stelle – sie behandelten den jungen Mann zunächst einige Zeit am Tatort, brachten ihn dann zum Krankenhaus. Der 29-Jährige soll künstlich beatmet worden sein. Informationen, wonach er wiederbelebt wurde, müssen von der Polizei noch auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden. Oberkommissar Appel teilte am Donnerstag mit, der 29-Jährige schwebe inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr.
Die Hintergründe der Attacke sind noch unbekannt. Fest steht bislang nur, dass es in der Wohnung des Vaters zunächst zu einer heftigen verbalen Auseinandersetzung gekommen ist. Worum es dabei gegangen ist, weiß die Polizei noch nicht. Der Streit zwischen den beiden alkoholisierten Männern soll dann im Treppenhaus eskaliert sein. Ein Nachbar berichtete, er habe laute Schreie gehört. Das für Mord und Totschlag zuständige 1. Fachkommissariat des Zentralen Kriminaldienstes hat die Ermittlungen übernommen.
Bereits kurz nach dem Verbrechen hatten Beamte der Tatort-Gruppe in dem Haus Spuren mit Pfeilen markiert und Fotos gemacht. Am Donnerstagvormittag setzten Kriminaltechniker und Ermittler die Nachforschungen fort. Im Treppenhaus und in der Wohnung wurde nach Beweismitteln gesucht. Die Beamten in Zivil schauten auch in Kellerschächte und Mülltonnen.
Der Tatverdächtige wurde derweil vernommen. „Er hat eine Aussage gemacht“, sagte der Erste Kriminalhauptkommissar Axel Brünger. Weitere Angaben machte der Leiter des 1. Kommissariats nicht.
Die Staatsanwaltschaft Hannover stellte einen Antrag auf Haftbefehl. Dem 57-Jährigen wird ein versuchtes Tötungsdelikt vorgeworfen. Entgegen anderslautenden Meldungen, die in Sozialen Netzwerken verbreitet wurden, handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter und bei dem Opfer, um deutsche Staatsbürger, die keinen Migrationshintergrund haben.

Kriminaltechniker und Ermittler vor dem Mehrfamilienhaus an der Morgensternstraße, in dem sich das Verbrechen ereignet hat. Foto: ube


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