weather-image
16°
Rentnerin wird offenbar Opfer von Trickbetrügern

Tragisch: Frau will helfen – und wird bestohlen

HAMELN. Abgelenkt und beklaut: Eine 53-jährige Frau ist am Zentralen Omnibusbahnhof vermutlich Opfer eines Trickbetrugs geworden. Das Tragische an der Sache: Im Portemonnaie befand sich ihre gesamte Rente von 350 Euro.

veröffentlicht am 13.07.2017 um 16:22 Uhr

Am Busbahnhof wurde eine 53-Jährige Opfer von Betrügern. Foto: fn
Frank Neitz

Autor

Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Marie K. (Name von der Redaktion geändert) ist nicht nur sauer – sie ist richtig verbittert. Die Rentnerin muss Monat für Monat mit einer kleinen Rente ihren Lebensunterhalt bestreiten. 350 Euro habe sie zur Verfügung, sagt die Frau, die in einem Hamelner Ortsteil wohnt. Nach einer Krankheit sei sie auf spezielle Nahrungsmittel angewiesen, die nicht günstig seien. Und genau diese Summe habe man ihr in der vergangenen Woche gestohlen, klagt die 53-Jährige. Wobei Klagen sonst nicht ihre Sache ist. Unbekannte sollen das Geld aus ihrem Einkaufstrolley gefischt haben. In einem Moment, in dem sie abgelenkt wurde. Da ist sich die Frau ganz sicher.

Am Freitagnachmittag hatte die Hamelnerin am Zentralen Omnibusbahnhof auf den Linienbus gewartet, mit dem sie nach Hause fahren wollte. Als eine junge Frau einen anderen Bus bestiegen hatte, merkte K., dass die offenbar ihre Jacke liegen lassen hatte. Die Hamelnerin überlegte nicht lange, nahm das Kleidungsstück und gab sie dem Fahrer des Busses mit der Bitte, die Jacke der Frau weiterzureichen. Zuhause angekommen, kam der Schreck. K. vermisste ihr Portemonnaie. Das hatte die Hamelnerin tief in den Trolley gesteckt, zudem noch in einem speziellen Fach für Tiefkühlartikel, erzählt sie. In der Geldbörse waren etwas mehr als 350 Euro. Das Geld hatte die Frau vorher abgehoben. Kurz darauf meldete sich ihre Krankenkasse. Eine Mitarbeiterin teilte K. mit, dass ihr Portemonnaie gefunden und an der Information der Stadtgalerie abgegeben worden sei. Die Geldbörse war wieder da, allerdings war die fast leer.

Nur etwas mehr als vier Euro Kleingeld waren noch drin. Zwei Männer sollen sie abgegeben haben, sagt K.. Am Info-Stand der Stadtgalerie hatte einer der beiden Namen und Adresse hinterlassen. Auch die Telefonnummer – doch die war falsch. Das bemerkte K., als sie den Mann anrufen wollte. Die angegebene Nummer war nicht vergeben.

K. zählte eins und eins zusammen. Für die sehbehinderte Frau ist klar, dass sie Trickbetrügern auf den Leim gegangen sein musste. Den kurzen Moment, in dem sie die Jacke abgab, müssen Unbekannte genutzt haben um in den Trolley zu greifen. „Ich bin enttäuscht. Werte, mit denen ich erzogen wurde, sind am Aussterben“, sagte die Bestohlene. Sie müsse jetzt überlegen, ob sie jemals wieder eine Pfundsache abgebe. Überlegen muss die Frau auch, wie sie ohne Geld in den nächsten Wochen leben kann. Einen Hoffnungsschimmer gibt es für die Rentnerin. Wie die Dewezet erfahren hat, wird sich die Hilfsorganisation „Interhelp“ um die Hamelnerin kümmern.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare