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Feuerwehr muss zu 22 Einsatzen ausrücken

Tornado tobt in Minden - Sturmschäden in Schaumburg

Minden/Landkreis (jak). Am Sonntag ging ein extremes Unwetter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel über dem Kreis Minden-Lübbecke sowie Schaumburg nieder. Betroffen waren insbesondere die Städte Minden, Porta Westfalica, Bückeburg, Bad Oeynhausen und Petershagen. 

veröffentlicht am 23.05.2016 um 09:45 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:50 Uhr

Tornado
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Autor

Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Minden/Landkreis. Am Sonntag ging ein extremes Unwetter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel über dem Kreis Minden-Lübbecke sowie Schaumburg nieder. Betroffen waren insbesondere die Städte Minden, Porta Westfalica, Bückeburg, Bad Oeynhausen und Petershagen.

Der Stadtteil Minden-Meißen wurde von einem Tornado heimgesucht. Die Polizei aus Minden wurde zu 61 Einsätzen gerufen. Zahlreiche Gebäude und Fahrzeuge wurden durch umstürzende Bäume beschädigt. Durch den Tornado wurden mehrere Dächer abgedeckt. Fünf Häuser mussten wegen Einsturzgefahr evakuiert werden. Hiervon waren insgesamt 33 Personen betroffen. Es wurde niemand verletzt. In Porta Westfalica stürzte ein Rollerfahrer über einen herausgespülten Gullideckel und zog sich hierbei schwere Verletzungen zu. Weiterhin kam es zu mehreren Fahrbahn Unter- bzw. Überspülungen und Alarmauslösungen. Die Bundesstraße 65 musste im Bereich Minden-Meißen aufgrund umgestürzter Bäume in Fahrtrichtung Bückeburg für ca. 1 Std. voll gesperrt werden. Die Schadenshöhe kann derzeit noch nicht beziffert werden, dürfte nach ersten Schätzungen jedoch mindestens im oberen 6-stelligen Bereich liegen.

 

Die Feuerwehr in Bückeburg musste zu 22 Einsätzen ausrücken.

Ein Gewitter mit Starkregen, Sturm und Hagel beendete einen wunderbaren Sommertag am Sonntagabend. Kurz vor 20 Uhr zog das Unwetter über das Stadtgebiet Bückeburg.

Um 19:55 Uhr wurden die Freiwilligen Feuerwehren aus Cammer, Evesen, Meinsen-Warber-Achum, Rusbend und Röcke sowie der bei der Schwerpunktfeuerwehr Bückeburg – Stadt stationierte Einsatzleitwagen in den Hafen Berenbusch gerufen. In einem Industriebetrieb hatte die Brandmeldeanlage ausgelöst. Bereits nach wenigen Minuten konnten die angerückten Einsatzkräfte Entwarnung geben. Es handelte sich um einen Fehlalarm.

Zeitgleich mit dem Feueralarm im Hafen erhielten die Röcker Einsatzkräfte einen zweiten Einsatzauftrag. Ein Baum war auf ein Gebäude gestürzt. Während ein Teil der Einsatzkräfte zu dieser Einsatzstelle fuhr, begaben sich andere Kräfte zunächst zum Hafen.

Probleme beim Ausrücken hatten auch die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Cammer. Direkt vor der Ausfahrt vom Feuerwehrhaus war ein Baum umgestürzt, welcher zunächst durch die Wehrmänner beseitigt werden musste, bevor sie zur eigentlich Einsatzstelle in den Hafen ausrücken konnten.

Inzwischen liefen zahlreiche Notrufe aus Bückeburg und Umgebung in der Leitstelle auf. Zur Entlastung der Leitstelle übernahm die Funkzentrale im Bückeburger Feuerwehrhaus die Koordinerung der Einsätze im Stadtgebiet. Die Disponenten in der Leitstelle nahmen die Notrufe an und leiteten die Meldungen an das Feuerwehrhaus Bückeburg weiter. Von hier aus wurde der Einsatz von 75 Einsatzkräften aus der Schwerpunktfeuerwehr Bückeburg-Stadt sowie der Ortsfeuerwehren Cammer, Evesen und Röcke koordiniert.

Zugführer Jörn Bielinski prüfte anhand der eingegangenen Meldungen, welche Fahrzeuge zu welcher Einsatzstelle entsandt wurden. „Neben den Örtlichkeiten spielte auch das erforderlichen Geräte eine entscheidende Rolle bei der Aufgabenzuweisung.“ erklärt Bielinski. Um die Übersicht zu behalten wurden alle Vorgänge und Funksprüche protokolliert. Außerdem wurde der Standort jedes Fahrzeuges in einer Übersicht festgehalten. Des Weiteren wurde ständig Kontakt zur Schaumburger Leitstelle in Stadthagen sowie zur Leitstelle der Feuerwehr Minden gehalten. Stadtbrandmeister Marko Bruckmann unterstützte den 5 köpfigen Führungsstab im Feuerwehrhaus ebenfalls.

Insgesamt mussten in der Zeit von 19:55 bis 00:40 Uhr 22 Einsatzstellen im Stadtgebiet abgearbeitet werden. Neben dem bereits erwähnten Feueralarm im Hafen Berenbusch waren dies vorwiegend Einsätze durch umgestürzte Bäume oder Baumteile. 14 Einsatzstellen durch Bäume waren am Ende zu verzeichnen.

Einen Schwerpunkt bildete dabei die Bundesstraße 65 zwischen dem Dreieck Bückeburg und der Abfahrt zur Bundesstraße 482. In beiden Fahrtrichtungen waren Bäume umgestürzt. Der stellv. Ortsbrandmeister Jürgen Pöhler koordinierte hier den Einsatz von 43 Einsatzkräften mit 8 Fahrzeugen aus den Ortsfeuerwehren Bückeburg-Stadt und Cammer. „Mit insgesamt 5 Kettensägen gingen die Einsatzkräfte zur Beseitigung der Gefahrenstelle vor.“ berichtet Pöhler. Auch die Drehleiter kam zum Einsatz, da ein Baum auf eine Lärmschutzwand gestürzt war. Während der Arbeiten musste durch die Feuerwehr eine Vollsperrung vorgenommen werden.

Weitere 5 Einsätze wurden durch überflutete Keller und Garagen in Folge des Starkregens abgearbeitet werden.  Außerdem mussten Einsatzkräfte der Feuerwehr Evesen lose Dachziegel, welche abzustürzen drohten, entfernen. Eine umgestürzte Mobiltoilette in der Friedrich Bach Straße sorgte ebenfalls für einen Feuerwehreinsatz. Diese wurde von den Einsatzkräften aus dem Fahrbahnbereich entfernt.

Nachdem alle Einsatzkräfte eingerückt waren, erfolgte noch eine Reinigung der eingesetzten Geräte. Alle Kettensägen mussten gereinigt, geprüft und getankt werden, um bereit für den nächsten Einsatz zu sein. 



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