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Sturzbäche und geflutete Keller in Lügde und Bad Pyrmont

Tödliches Gewitter: Leiche in Hameln gefunden

HAMELN-PYRMONT / LÜGDE. Das schwere Gewitter, das am Freitagnachmittag von Lügde und Bad Pyrmont kommend über den Landkreis Hameln-Pyrmont hinweggezogen ist, hat ein Todesopfer gefordert. In Hameln wurde gegen 16.15 Uhr eine Leiche gefunden – sie lag auf einem asphaltierten Weg, der von der Werftstraße in Richtung Weser zum sogenannten Knochenhauer Eck führt.

veröffentlicht am 08.06.2018 um 19:54 Uhr

Wassermassen rauschen durch Lügde. Am Bahnhof ergoss sich ein Sturzbach in einen Fußgängertunnel. Foto : LakaLau Fotografie
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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„Es gibt deutliche Anhaltspunkte dafür, dass der Mann von einem Blitz getroffen wurde“, sagte ein Ermittler der Tatort-Gruppe nach der Spurensuche.

Am Bahnhof in Hameln schlug ein Blitz in einen Oberleitungsmast ein. Ein in der Nähe stehender Wachmann des Sicherheitsdienstes „Kobak“ hatte Glück im Unglück – er kam nach Angaben der Feuerwehr mit dem Schrecken davon. Der Einschlag aktivierte einen Wärmemelder. Das rief die Feuerwehr auf den Plan. „Wir haben alles kontrolliert. Gebrannt hat es nicht“, sagt Brandamtmann Thomas Breitkopf vom Einsatzführungsdienst.

Nachdem das Warn- und Informationssystem Katwarn und „NINA“, die Warn-App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Unwettermeldungen verbreitet hatten, ließ die Hamelner Feuerwehr einen Einsatzleitwagen und einen großen Leit-Container mit ehrenamtlichen Kräften besetzen. „Wir haben vorausschauend gehandelt, wollten auf alles vorbereitet sein“, erklärt Breitkopf.

Spurensuche am Leichenfundort in Hameln. Foto: ube
  • Spurensuche am Leichenfundort in Hameln. Foto: ube
Schlamm auf der Hagener Straße. Foto: Monika Brinkmann-Muchow
  • Schlamm auf der Hagener Straße. Foto: Monika Brinkmann-Muchow

Besonders schlimm traf es Lügde und Bad Pyrmont-Holzhausen. Dort hatten Feuerwehren mancherorts mit Wassermassen zu kämpfen. Am Lügder Bahnhof ergoss sich ein Sturzbach in den dortigen Fußgängertunnel und flutete ihn. Auch Straßen standen hoch unter Wasser. In der Stadt wurden 15 Unwetter-Einsätze gezählt. Die Hohenborner Straße (Verbindung von Holzhausen in Richtung Lügde) musste gesperrt werden – sie war mit Schlamm bedeckt. In Bad Pyrmont sei insbesondere Holzhausen betroffen, berichtet der stellvertretende Stadtbrandmeister Patrick Biermann. „Fast jede Minute wurde uns ein neuer Einsatz gemeldet. Mehr als 70 sind es bislang.“ Viele Keller seien vollgelaufen. „In einem Raum stand das Wasser anderthalb Meter hoch“, sagte Biermann. Feuerwehrleute aus Holzhausen, Bad Pyrmont, Löwensen und Thal hätten zahlreiche Kellerräume ausgepumpt und Heizungsanlagen geschützt.

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Foto: LakaLau Fotografie
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Foto: LakaLau Fotografie
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Foto: LakaLau Fotografie
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Hagener Str. Foto: Monika Brinkmann Muchow
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Unwetter in Lügde und Pyrmont
Quelle:

Die Leitstelle in Hameln wurde personell verstärkt, um viele Notrufe gleichzeitig annehmen und Einsätze ohne Zeitverlust koordinieren zu können. In allen Gemeinden seien vorsorglich Einsatzleitungen aufgebaut worden, hieß es. Brandmeldeanlagen, die vermutlich durch Blitzeinschläge ausgelöst wurden, riefen in Hameln, Hessisch Oldendorf und Coppenbrügge Feuerwehren auf den Plan. Aus Hessisch Oldendorf wurde zudem ein umgestürzter Baum gemeldet.

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