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Polizei beschlagnahmt Leiche - Staatsanwaltschaft stellt Motorrad sicher

Tödlicher Unfall gibt Rätsel auf

Wallensen. Tödlicher Verkehrsunfall bei Wallensen. Für einen Motorradfahrer aus Detmold kam am frühen Sonntagnachmittag jede Hilfe zu spät. Der 27 Jahre alte Mann war kurz vor 13 Uhr vom Humboldtsee kommend durch Wallensen gefahren. Am Ortsausgang soll er seine Yamaha stark beschleunigt haben, um auf der zweispurigen Landesstraße 463 ein Auto zu überholen.

veröffentlicht am 21.08.2016 um 14:03 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:02 Uhr

Ulrich Behmann

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Die Yamaha prallte nur zwölfeinhalb Meter hinter dem Ortsschild nahezu frontal gegen einen Transporter, der neben der Asphaltdecke am Straßenrand stand. Nach dem Aufprall schlitterte die Maschine quer über die Straße in einen Graben. Der Motorradfahrer blieb auf der Straße liegen.
Sein Freund, der ebenfalls mit einem Motorrad unterwegs war, erlitt einen Schock. Der Unfallhergang gibt derzeit noch Rätsel auf. Nach der Spurenlage gibt es zwei mögliche Varianten. Entweder wollte der Motorradfahrer in dritter Reihe einen Skoda Octavia überholen, dessen Fahrer (52) gerade einen Volvo überholte. Oder: Der Skoda-Fahrer hat die sich ihm von hinten mit sehr hoher Geschwindigkeit nähernde Yamaha nicht kommen sehen, als er ausscherte. Der Freund des Verstorbenen hat ausgesagt, der Motorradfahrer und der Autofahrer hätten Blinker gesetzt und seien zeitnah ausgeschert. Da es zunächst hieß, mehrere Menschen seien verletzt worden, schickte die Leitstelle neben einem Notarztfahrzeug auch drei Rettungswagen und den an der Medizinischen Hochschule in Hannover stationierten Hubschrauber „Christoph 4“ nach Wallensen. Ein Arzt, der im Dorf wohne, sei dem Verunglückten sofort zur Hilfe geeilt, berichtete ein Zeuge. Der Detmolder starb jedoch noch am Unfallort. Sein Freund wurde zunächst von Rettungsassistenten und später von einem Notfallseelsorger betreut.
Hauptkommissar Thomas Ende, Unfallursachen-Ermittler des Polizeikommissariats Bad Münder, setzte bei der Spurensicherung das sogenannte Phidias-Verfahren ein (Photogrammetrisches Interaktives Digitales Auswerte-System). Phidias ist ein rechnerunterstütztes Tatortaufnahmesystem, mit dem anhand von Fotos maßstabsgerechte Skizzen angefertigt werden können.
Beamte der Tatort-Gruppe führten noch am Nachmittag eine polizeiliche Leichenschau durch. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Die Polizei hat die Leiche beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft Hannover ließ das Motorrad für mögliche technische Untersuchungen sicherstellen.
Die Unfallstelle wurde bis 17.30 Uhr gesperrt.

3 Bilder
Nach der Kollision mit dem Opel-Transporter schleuderte das Motorrad in einen Graben. Für den Fahrer kam jede Hilfe zu spät. Fotos: ube


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