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Bei der Wildschweinjagd – Terrier stürzen 60 Meter in die Tiefe / Einsatz für Höhenretter

Tiertragödie in der Steilwand

HAUS HARDERODE. Zwei Jagdterrier sind offenbar bei der Verfolgung einer Wildschweinrotte 60 Meter in die Tiefe gestürzt. Laut Feuerwehr waren sie am Samstag bei einer Treibjagd in der Nähe von Coppenbrügge eingesetzt worden. Bergretter waren am Samstag und am Sonntag im Sucheinsatz. Auch eine Drohne war im Einsatz.

veröffentlicht am 26.11.2017 um 14:38 Uhr
aktualisiert am 26.11.2017 um 15:40 Uhr

Mit einer Drohne der Kreisfeuerwehr werden die Jagdterrier in der 120 Meter hohen Steilwand gesucht. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Die Tiere liefen mehrere Kilometer durch den Wald. Sie müssen im Ith oberhalb von Haus Harderode die Abbruchkante des Steinbruchs der Hannoverschen Basaltwerke nicht gesehen haben. Da die Hunde mit einem Peilsender ausgerüstet waren, konnten sie geortet werden. Unklar war zunächst, wie tief sie gefallen sind und ob sie überlebt haben. An der etwa 120 Meter hohen Steilwand gibt es im Abstand von 30 Metern breite Felsvorsprünge.

Am Samstagnachmittag gegen 17 Uhr wurden die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr Oldendorf und die Feuerwehren Coppenbrügge und Bisperode alarmiert. Die Suche nach den Hunden musste wegen der Dunkelheit und des unwegsamen Geländes abgebrochen werden. „Es wäre unverantwortlich gewesen, die Jungs in die Wand zu schicken“, sagt Gemeindebrandmeister Walter Schnüll.

Die Bergretter beschlossen, den Einsatz am Sonntagvormittag gegen 10 Uhr fortzusetzen. Neben den Höhenrettern und der Feuerwehr Bisperode rückte diesmal auch die Drohnenstaffel der Kreisfeuerwehr an. Auch ein Tierarzt war im Einsatz. Ehrenamtliche Rettungsassistenten der Schnellen Einsatzgruppe aus Marienau sicherten die Suchaktion sanitätsdienstlich ab. Mit geländegängigen Fahrzeugen kämpften sich die Helfer durch den Schlamm.

Bergretter im Einsatz – zunächst war unklar, ob die Tiere überlebt haben. Foto: ube/leo
  • Bergretter im Einsatz – zunächst war unklar, ob die Tiere überlebt haben. Foto: ube/leo
An Seilen arbeiten sich die Spezialisten aus Oldendorf zu den Hunden vor, die auf einem Felsvorsprung liegen. Foto: ube/leo
  • An Seilen arbeiten sich die Spezialisten aus Oldendorf zu den Hunden vor, die auf einem Felsvorsprung liegen. Foto: ube/leo

Gesichert an Seilen kletterten Bergretter auf einen Vorsprung. Die Jagdhunde, die orangerote Westen trugen, waren zuvor mithilfe einer Drohne, einem Fernglas und mit dem Teleobjektiv einer Kamera zwischen zwei Büschen ausgemacht worden. Die Höhenretter stellten kurz danach fest, dass die Tiere tot waren – sie holten die Terrier aus der Steilwand und übergaben sie dem Veterinär.

Die Höhenrettungsgruppe war in diesem Jahr bereits mehrmals im Einsatz: Bei Levedagsen musste ein abgestürzter Kletterer, in Salzhemmendorf ein verletzter Arbeiter und in Osterwald eine Katze aus einem Baum gerettet werden.

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