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Ermittlungen nach der Gewalttat gehen weiter / Einwohner von Grohnde zeigen sich erschüttert

Taucher suchen in Weser nach Waffe

GROHNDE.Die Ermittlungen nach dem Tötungsdelikt in Grohnde laufen weiter, nachdem eine 25-jährige Frau aus Emmerthal auf dem Sportplatz des Weserdorfes Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist. Am Sonntag suchten Feuerwehrtaucher in der Weser nach der möglichen Tatwaffe.

veröffentlicht am 12.05.2019 um 18:34 Uhr
aktualisiert am 13.05.2019 um 09:12 Uhr

Die Ermittler konzentrieren sich darauf, die Tatwaffe zu finden. Feuerwehrtaucher helfen dabei, suchen am Sonntag am Grund der Weser nach Gegenständen. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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GROHNDE. Der Leichnam der 25 Jahre alten Frau, die am Freitag im Emmerthaler Ortsteil Grohnde Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist, ist am Sonntagvormittag in der Medizinischen Hochschule in Hannover obduziert worden. „Die Obduktion hat die erste Meinung der Ermittler bestätigt“, teilt Stephanie Heineking-Kutschera, Sprecherin der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden mit: „Die junge Frau starb durch Gewaltanwendung gegen den Hals.“

Der 23 Jahre alte Täter, der am Samstag in seiner Vernehmung zugegeben hatte, die Frau getötet zu haben, wurde am Sonntag einem Haftrichter vorgeführt. Ein Haftbefehl wurde erlassen, wie die Polizeisprecherin berichtete. Der Mann muss in einer Justizvollzugsanstalt auf den Prozessbeginn warten.

Während Polizeibeamte am Samstag direkt auf dem Sportplatz mit der Tatortaufnahme beschäftigt waren, stand am Sonntagnachmittag das Weserufer unweit der Grohnder Fähre im Fokus der Ermittler. Die Polizei ließ am Nachmittag im Fluss nach einer Waffe suchen, die möglicherweise im Zusammenhang mit der Tat steht. Taucher der Hamelner Feuerwehr stiegen in die Fluten und suchten im flachen, trüben Wasser nach einem Gegenstand, der vermutlich bei der Gewalttat eine Rolle spielte. Bis zum Abend blieb die Suche laut Polizei ergebnislos.

Die Bestürzung im Weserdorf ist groß. Mehrere Grohnder hatten am Samstagvormittag beim Einkauf in dem nur wenige Meter vom Sportplatz entfernten Dorfladen vom Tod der jungen Frau gehört. Viele Einwohner waren fassungslos. Während die Kriminaltechniker am Tatort ihrer Arbeit nachgingen, hörten sich Mordermittler in der Nachbarschaft um. Die Beamten befragten Anwohner nach möglichen Beobachtungen.

Auch bei ihnen seien Kriminalpolizisten gewesen, sagten Grohnder, die unmittelbar am Sportplatz wohnen. Am Freitag sei der Rasen des Platzes gemäht worden, meinte ein Mann. Ihm sei eine Frau aufgefallen, die sich zu der Zeit unweit des Gebäudes aufhielt, erzählte der Grohnder.

Das war offenbar nicht die Tatzeit. Denn nach Polizeiangaben habe sich die Tat am späten Freitagabend ereignet. Wann genau, konnte die Inspektionssprecherin nicht sagen. „Das steht noch nicht fest, da die Vernehmungen des Täters und Zeugen noch andauern“, so die Polizeioberkommissarin.

Die Ermittler waren offenbar durch Vernehmungen von Zeugen auf die Spur des Tatverdächtigen gekommen. Vermutlich wurde der Druck auf den Mann so groß, dass er die Tatbeteiligung zugab. Über das, was sich in den Abendstunden auf dem Sportplatz abgespielt hat, schweigen Staatsanwaltschaft und Polizei bislang.

Kriminalhauptkommissar Markus Schwarz, Leiter des unter anderem für Mord und Totschlag zuständigen 1. Fachkommissariats, empfindet die Tat als Tragödie. „Wir sind erleichtert, dass das gesamte Team zusammen mit der Rechtsmedizin den Täter ermittelt hat. Auch dass der Verdächtige die Tat in den Verhören eingeräumt hat“, zeigte sich Schwarz am Sonntag erleichtert.

Es handelte sich um das zweite Tötungsdelikt im Landkreis Hameln-Pyrmont innerhalb von nur wenigen Tagen, mit dem sich die Mordermittler beschäftigen mussten. Am 3. Mai erlag ein 55-jähriger Mann mehreren Messerstichen, die ihn ein Hamelner (59) zugefügt haben soll. Die Männer waren in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses an der Straße „Am Kuckuck“ in Streit geraten. Die beiden Männer sollen anschließend vor das Haus gegangen sein – offenbar um den Streit auf dem Rasen weiter auszutragen. Dort soll der 59-Jährige plötzlich ein Messer gezogen und zugestochen haben. Er wurde unweit des Tatorts festgenommen.



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