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Nach Anschlag auf Café – Brandmittel-Spürhund unterstützt Ermittlungsgruppe „Stube“

Supernase am Tatort

HAMELN. Brandursachen-Experten der Ermittlungsgruppe „Stube“ haben am Donnerstagnachmittag abermals in den „Kaffeestuben“ an der Wendenstraße nach Spuren gesucht. Innerhalb von nur fünf Monaten wurden zwei Brandanschläge auf das beliebte Café in der Altstadt verübt – die jüngste Tat geschah in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (wir berichteten). In beiden Fällen war das Feuer wenige Minuten vor Mitternacht entdeckt worden.

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

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Am 21. Oktober hatten zwei Verbrecher einen Molotow-Cocktail durch eine Glasscheibe in den sogenannten „Laden“ des 1736 erbauten Fachwerkhauses geworfen. Am 7. Februar legten Brandstifter ein Feuer in der Küche des Lokals.

Die sieben Sonderermittler wurden gestern von einer Spürnase aus Göttingen unterstützt. Brandmittel-Spürhund „Duke“ ist ein Belgischer Schäferhund, der darauf trainiert wurde, an erkalteten Brandorten kleinste Restmengen brennbarer Flüssigkeiten zu erschnüffeln. Es heißt, Hunde wie „Duke“ seien jeder Technik weit überlegen. Kein Wunder: Die feine Nase des Vierbeiners hat 220 Millionen Riechzellen. Der Mensch ist nur mit sechs Millionen „ausgestattet“.

Brandmittel-Spürhunde sind nach Angaben der Polizeidirektion Göttingen „wahre Akrobaten“. Sie können sogar freistehende Balken in großer Höhe absuchen und lassen selbst Gitterroste nicht aus. „Duke“ war am Donnerstag längere Zeit am Tatort im Einsatz. Die Brandursachen-Ermittler der EG „Stube“ schauten sich den Brandschutt genauer an – er wurde vorsichtig in Schichten abgetragen. Kriminalisten entnahmen Proben. Diese sollen im kriminaltechnischen Labor analysiert werden.

  • Foto: ube

Während in den „Kaffeestuben“ nach Spuren gesucht wurde, befragten andere Ermittler Zeugen.

„Kaffeestuben“-Inhaber Alfred Lange grübelt derweil darüber nach, welches Motiv die Brandstifter gehabt haben könnten. „Ich kann mir das überhaupt nicht erklären“, sagt der Mann, der 15 Jahre lang das Kartoffelhaus geführt hat. „Ob es Neider gibt…? Ob uns jemand Schaden zufügen wollte? Ich habe keine Idee“, sagt Lange. „Aber es muss ja jemanden geben, der uns nicht mag.“

Den ersten Schock hat Lange überwunden. Aufgeben will er nicht. „Wir werden die Kaffeestuben wiedereröffnen“, sagt er. „Es muss ja weitergehen.“ Wann die Renovierungsarbeiten beginnen können, weiß der Gastwirt noch nicht. „Am Montag treffe ich mich mit dem Schadensregulierer der Versicherung und einem Gutachter. Danach bin ich schlauer.“

Die Brand-Ermittlungsgruppe bittet die Bevölkerung um Mithilfe – sie ist für jede Information dankbar. Wer am späten Dienstagabend verdächtige Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, die Kriminalisten unter 05151/933222 zu informieren.

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