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Bäume stürzen auf Haus und Auto / Straßen und Schienen blockiert

Sturm sorgt für Wirbel und richtet Schäden an

HAMELN-PYRMONT. Der erste Herbststurm ist am Mittwoch mit teils heftigen Schauerböen über das Weserbergland hinweg gefegt. Die Feuerwehren sind stundenlang von einem Unwetter-Einsatz zum anderen gefahren. In Hameln war am meisten los.

veröffentlicht am 13.09.2017 um 13:07 Uhr
aktualisiert am 14.09.2017 um 12:44 Uhr

An der Reichardstraße in Hameln: Ein Baumriese ist auf ein Gebäude gestürzt. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

Orkan „Sebastian“ ist am Mittwochnachmittag mit Böen der Stärke 10 über das Weserbergland hinweggefegt. Andernorts wurden 140 km/h erreicht. Der Herbststurm richtete in Hameln und in Hessisch Oldendorf Schäden an Häusern und Autos an, machte vorübergehend zahlreiche Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen unpassierbar. Behinderungen gab es auch auf der Bundesstraße 1 in Klein Berkel und auf der B 217 zwischen Hameln und Rohrsen.

In Hameln fuhr die Feuerwehr von einem Unwettereinsatz zum anderen. In der Nähe der Reichardstraße brach der zweigeteilte Stamm einer 20 Meter hohen Weide auseinander. Der Baumriese prallte auf das Dach eines Hauses, in dem zwei Frauen und ein junger Mann wohnen. Da die Gefahr bestand, dass auch der Rest der mächtigen Weide abknickt, ließ Brandoberinspektor Sven Hildebrandt das Gebäude evakuieren. Eine Hamelnerin, die gerade erst aus dem Krankenhaus entlassen worden war, wurde vom DRK mit einem Rettungswagen in die Klinik zurückgebracht. Die Feuerwehr ließ die Industriebahn-Strecke und einen Fuß- und Radweg sperren. Zuvor war auf der Bundesstraße 1 in Höhe der Berkeler Warte ein größerer Ast auf ein Auto gefallen. Am Riepenblick in Klein Berkel entwurzelte der Herbststurm eine Birke. Äste der Krone durchschlugen die Heckscheibe eines Mercedes.

In Hameln mussten dermaßen viele Einsätze „abgearbeitet“ werden, dass Vollalarm für die Ortswehr gegeben wurde. Das bedeutet: Alle vier Züge und die Wachbereitschaft waren unterwegs. Vielerorts mussten umgestürzte Bäume zersägt oder abgerissene Äste von Fahrbahnen geräumt oder aus Baumkronen geborgen werden. Polizisten unterstützten die Feuerwehr. „Wo wir mit Muskelkraft helfen konnten, haben wir das getan“, sagte ein Kommissar. Kurz vor dem Tündernschen Bahnhof erfasste eine Windböe einen mit Möbeln beladenen Auto-Anhänger und legte ihn auf die Seite.

Am Abend sperrte die Polizei die Deisterstraße. Dort sei ein Hubsteiger in Stellung gebracht worden, um Sturmschäden zu beseitigen, teilte die Polizei-Leitstelle auf Nachfrage mit. Autofahrer wurden über Verkehrsfunk informiert.

Bei Rumbeck kippte ein Baum auf die Landesstraße 433 (Am Weserbogen). Ein Auto prallte gegen den Stamm. Der Wagen wurde beschädigt. In Hasperde stürzte eine große Akazie direkt vor die Schlosseinfahrt. Ein DRK-Krankenwagen saß fest. Die Feuerwehr rückte mit Kettensägen an. Die Kreisstraße 30 zwischen Multhöpen und Dehmkerbrock wurde am Nachmittag gesperrt – es war einfach zu gefährlich, dort langzufahren. An der Schilfstraße in Hessisch Oldendorf kippte ein großer Baum auf ein Einfamilienhaus und beschädigte das Dach. Die Feuerwehr Hessisch Oldendorf stützte den Stamm ab und zerteilte ihn dann mit Sägen.

Weil die Bäume noch belaubt sind, hatte der Sturm ein leichtes Spiel. Sie boten dem Wind viel Angriffsfläche. Kurz vor Redaktionsschluss fuhren die Feuerwehren Coppenbrügge, Dörpe und Marienau erneut auf die Strecke Dörpe – Eldagsen. Wie schon um 14.30 Uhr waren wieder Bäume auf die Landesstraße 422 gestürzt.

Mindestens drei Menschen sind durch Orkantief „Sebastian“ ums Leben gekommen. In der Deutschen Bucht waren die Wellen sechs Meter hoch. Für die Küste wurde am Abend eine Sturmflutwarnung herausgegeben.

Die Feuerwehr musste im Weserbergland vor allem wegen entwurzelter Bäume ausrücken.

Tündernscher Bahnhof: Dieser Anhänger wurde zum Spielball der Naturgewalten. Foto: ube
  • Tündernscher Bahnhof: Dieser Anhänger wurde zum Spielball der Naturgewalten. Foto: ube
Feuerwehr beseitigt Sturmschäden in Klein Berkel. Foto: ube
  • Feuerwehr beseitigt Sturmschäden in Klein Berkel. Foto: ube
Feuerwehr beseitigt Sturmschäden in Klein Berkel. Foto: ube
  • Feuerwehr beseitigt Sturmschäden in Klein Berkel. Foto: ube
Feuerwehr beseitigt Sturmschäden in Klein Berkel. Foto: ube
  • Feuerwehr beseitigt Sturmschäden in Klein Berkel. Foto: ube
Feuerwehr im Sturmeinsatz.
  • Feuerwehr im Sturmeinsatz. Foto: ube
Tündernscher Bahnhof: Dieser Anhänger wurde zum Spielball der Naturgewalten. Foto: ube
Feuerwehr beseitigt Sturmschäden in Klein Berkel. Foto: ube
Feuerwehr beseitigt Sturmschäden in Klein Berkel. Foto: ube
Feuerwehr beseitigt Sturmschäden in Klein Berkel. Foto: ube
Feuerwehr im Sturmeinsatz.

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