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Pärchen beschäftigt die Polizei

Streit um einen Welpen artet aus

BAD PYRMONT. Eine etwas heftige Beziehung eines Pärchens beschäftigte in der Nacht zum Dienstag über mehrere Stunden die Pyrmonter Polizei, weil sich der Mann als ziemlich hartnäckig herausstellte. Am Ende verbrachte er die Nacht in einer Polizeidienststelle und sie ist des Diebstahls von Handys verdächtig.

veröffentlicht am 18.09.2018 um 13:28 Uhr
aktualisiert am 18.09.2018 um 19:40 Uhr

Der Einsatz der Pyrmonter Polizei dauerte einige Stunden. Foto: dpa
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite

Zunächst wurden die Beamten gegen 20.30 Uhr wegen lauter Streitigkeiten zum Vereinsheim von Inter Holzhausen an der Bahnhofstraße gerufen. Dort stritt sich ein Pärchen – sie 20, er 26 alt – um einen jungen Hund. Da der Mann keine eigene Wohnung hat, wohnt er abwechselnd bei seiner Freundin in Bad Pyrmont und bei seinen Eltern in Minden. Im Streit um den Hundewelpen hatte er, deutlich alkoholisiert, den Wohnungsschlüssel seiner Freundin auf das Dach des Vereinsheimes geworfen. „Wegen seines Zustandes, der Dunkelheit und fehlender Kenntnisse über die Tragkraft des Daches, wurden beide angewiesen, nicht auf das Dach zu klettern“, heißt es im Polizeibericht vom Dienstag.

Der Mann habe darauf hin zugesichert, bei einem Kumpel zu übernachten. Ihm wurde empfohlen, sich wegen des Hundes am nächsten Tag an die Gerichte wenden. Doch kurze Zeit später stellte die Polizeistreife fest, dass der Mann doch auf das Dach geklettert war, um den Schlüssel zu holen. Er wolle schließlich seinen Hund zurückhaben, sagte er. Die Beamten nahmen ihm den Schlüssel ab und forderten ihn auf, in seinem Zustand nicht die Wohnung seiner Freundin aufzusuchen.

Vergebens. Gegen 21.30 Uhr rief die Frau die Polizei und berichtete, dass ihr Freund vor dem Haus stehe und laut herumschreie. Die Polizisten fuhren erneut los, erteilten ihm einen Platzverweis und drohten ihm an, ihn in Gewahrsam zu nehmen, solle er in dieser Nacht noch einmal an der Wohnung seiner Freundin auftauchen.

Dass dann gegen 22.25 Uhr Anrufe bei der Notrufzentrale der Polizei eintrafen, in denen mitgeteilt wurde, dass es in der Wohnung der 20-Jährigen an der Oesdorfer Straße „hoch hergehe“, dürfte die Beamten nicht wirklich überrascht haben. Bei ihrem Eintreffen saß der 26-Jährige mit blutenden Kopfplatzwunden in der Wohnung auf dem Fußboden. Laut der Frau hatte er zuvor die Wohnungstür eingetreten. Die „Begrüßung“ fiel heftig aus: Im Streit um den Hund habe sie ihn mit einem Halter aus Metall für Küchenrollen mehrfach auf den Kopf geschlagen, erklärte sie. Ihr Freund wurde von einem Rettungstransportwagen ins Bathildiskrankenhaus gefahren, die Frau musste mit zur Dienststelle, da wegen der von ihr begangenen gefährlichen Körperverletzung eine Blutprobe von ihr entnommen wurde.

Damit war die Geschichte aber noch nicht am Ende. Nach seiner Behandlung im Krankenhaus verließ der Mann eigenmächtig das Krankenhaus und fuhr mit einem möglicherweise gestohlenen Fahrrad in Richtung Oesdorfer Straße – direkt in die Arme der Polizei. Ein Atemalkoholtest ergab über 1,9 Promille. Das reichte, um ihn, wie versprochen, für den Rest der Nacht in einer Zelle unterzubringen.

Über seine Freundin erbost, berichtete er nun, dass sie im Besitz gestohlener Handys sein solle. Er wusste auch genau, wo sie liegen. Daraufhin fuhren die Beamten noch einmal zu der Frau. „Die hatte es sich gerade mit Betäubungsmitteln auf dem Tisch gemütlich gemacht“, so die Polizei, die einige Handys fand und die Betäubungsmittel sicherstellte.

Jetzt ist es Sache der Staatsanwaltschaft und weiterer Behörden, sich mit dem Paar zu beschäftigen.



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