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Mit Schneeschieber und Pumpen gegen Schlamm und Wasser

Straßen überflutet, Keller unter Wasser

REINERBECK/BAD PYRMONT.  Blitz, Donner, Wolkenbruch – das Gewitter, vor dem das Informationssystem „Katwarn“ die Bevölkerung des Landkreises Hameln-Pyrmont am Donnerstag gewarnt hatte, war kurz, aber heftig. Innerhalb von nur einer halben Stunde fielen in Reinerbeck 16 Liter Regen auf jeden Quadratmeter Boden.

veröffentlicht am 02.06.2016 um 16:41 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:08 Uhr

überschwemmung
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

Am Vortag waren es bereits 28 Liter innerhalb von 60 Minuten. Bei Katwarn war am Donnerstag erneut die Rede von einer Extremwetterlage. Der Deutsche Wetterdienst färbte den Landkreis auf seiner Lagekarte violett ein und sagte ein „sehr hohes Unwetterpotenzial“ voraus.
Am Ende stand fest: Das Weserbergland ist offenbar noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Dennoch mussten in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden zahlreiche Feuerwehren ausrücken, um Schäden zu beseitigen. In Bad Pyrmont erhielten die Freiwilligen den Auftrag, Keller auszupumpen. Die meisten Betroffenen wussten sich aber selbst zu helfen. Der Hof der Tankstelle „Huddelbusch“ an der Bahnhofstraße stand zeitweise unter Wasser. Die Mitarbeiter waren sofort zur Stelle, um die Treibstofftanks zu schützen. An der Straße Oberer Weg musste die Feuerwehr eine Tiefgarage, in der Fahrzeuge standen, auspumpen. Darin hatte das Wasser etwa 30 Zentimeter hoch gestanden. An der Menkestraße liefen die Fluten in eine Garage. In Lüdge war die Kanalstraße überflutet. Zwischen Grohnde und Hehlen stürzte ein Baum auf die Bundesstraße 83. In Reinerbeck floss ein Wasser-Schlamm-Gemisch von einem Acker auf die Straße „Am Bruche“. Der Graben konnte die Wassermassen nicht auffangen, er hat sich zugesetzt, ist als solcher kaum noch zu erkennen. Ein Bauer, über dessen Hof die braune Brühe auf eine tiefer gelegene Weide lief, behauptet, das Problem sei der Gemeinde bereits seit drei Jahren bekannt. „Passiert ist aber nichts.“ Mit Sandsäcken versucht der Landwirt immer mal wieder und so gut es eben geht, die Fluten von Haus und Scheune fernzuhalten. Mit einem Teleskop-Frontlader und einem Trecker mit Schneeschieber wurde der Schlamm vom Asphalt geschoben. Feuerwehrleute waren aber auch mit Schaufeln im Einsatz. Anschließend spritzten die Frauen und Männer die Straße mit reichlich Wasser sauber. Auch der Bauhof war im Unwetter-Einsatz. Mit einem Bagger wurden vor und hinter verrohrten Feldauffahrten Vertiefungen ausgehoben.
Auch in Holzminden waren Feuerwehren im Einsatz: In Kirchbrak mussten jede Menge Sandsäcke gefüllt werden, weil die kleine Lenne bedrohlich schnell angestiegen war. Freiwillige aus vier Dörfern waren im Einsatz. Land unter auch in Eschershausen. Dort standen nach Angaben der Feuerwehr mehrere Straßen unter Wasser, war Schlamm in Häuser gespült worden. Hagelkörner mit einem Durchmesser von zwei Zentimetern fielen vom Himmel. Die Bundesstraßen 210 (Scharfoldendorf) und 64 (Eschershausen) mussten wegen Überflutung gesperrt werden.
Die genaue Anzahl der Feuerwehreinsätze in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden stand am Abend noch nicht fest – es sollen weit mehr als 50 gewesen sein.

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  • Fotos von : ube (fast alle)/leo (2)/cg (1)/ti(1)
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