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Technische Defekte machen ehrenamtlichen Feuerwehrleuten zu schaffen

Ständig Fehlalarm

Hameln. Gleich drei Fehlalarme hat es am Dienstag in der Flüchtlingsunterkunft in der Linsingen-Kaserne gegeben, neun in den letzten zwei Wochen - meist steckten technische Probleme dahinter. Wenn die Feuerwehr vergeblich ausrückt, kostet das hunderte Euro.

veröffentlicht am 13.10.2015 um 19:23 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:14 Uhr

Ulrich Behmann

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Chefreporter zur Autorenseite

Immer wieder steuern Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht und Sirene die Notunterkunft für Flüchtlinge an der Hamelner Süntelstraße an – fast immer hat Minuten zuvor die automatische Brandmeldeanlage Alarm geschlagen. Innerhalb der vergangenen 14 Tage wurden allein in der ehemaligen Linsingen-Kaserne neun Fehlalarme gezählt. Die letzten Einsätze sind am Dienstag um 9.47 Uhr, um 16.22 Uhr und um 18 Uhr registriert worden. Technische Defekte an Rauchmeldern oder Funkenflug bei Trennarbeiten – die Feuerwehr rückt an, erkundet die zunächst unklare Lage. Gebrannt hat es in der Erstaufnahmeeinrichtung glücklicherweise bislang nur einmal: In einem Toilettenraum soll jemand heimlich geraucht und eine Kippe in einen Mülleimer geworfen haben.

Weil in der ehemaligen Kaserne rund 1000 Flüchtlinge untergebracht sind, geht die Feuerwehr auf Nummer sicher. Wird Alarm ausgelöst, fährt nicht nur die rund um die Uhr besetzte Wachbereitschaft zur Unterkunft. Vorsorglich werden auch Freiwillige zur Verstärkung alarmiert. Wenn die Funkmeldeempfänger piepen, lassen die ehrenamtlichen Kräfte alles stehen und liegen. Sie fahren zur Feuerwache und besetzen weitere Löschfahrzeuge.

Die Anzahl der Einsätze ist in den vergangenen Monaten rasant angestiegen. Ortsbrandmeister Emil Burose schätzt, dass unter den etwa 180 Nachalarmierungen „bestimmt 70 Fehlalarme“ waren. Es werde deshalb zunehmend schwerer, Ehrenamtliche zu motivieren, auszurücken, wenn mal wieder eine Brandmeldeanlage ausgelöst hat, sagt Burose. „Wir haben in Hameln einen harten Kern, der stets sofort zur Stelle ist. Es gibt aber bereits erste Probleme. Wenn der Geselle seinem Meister zum x-ten Mal sagt: ,Ich bin dann mal weg‘ und sich hinterher herausstellt, dass es wieder einmal ein Fehlalarm war, der den Betrieb aufgehalten hat, ist der Arbeitgeber nicht gerade begeistert.“ Unternehmen brächten jedoch viel Verständnis für die Arbeit der Brandschützer auf. „Allerdings ist es den Chefs schwer zu vermitteln, dass Mitarbeiter ihre Arbeit unterbrechen, weil es wieder einmal irgendwo ein technisches Problem gegeben hat“, sagt der Ortsbrandmeister – und fügt dann hinzu: „Aber wir wissen vorher leider nicht, ob es sich um einen Ernstfall oder um einen technischen Defekt handelt.“

Übrigens: Die Stadt Hameln stellt Firmen jeden Fehlalarm in Rechnung. Die Kosten liegen zwischen 200 und 400 Euro.



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