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Unbekannte überkleben Großplakate - Politiker schreitet zur Tat

Staatsschutz nimmt Ermittlungen auf

EMMERTHAL. Unbekannte Täter haben vermutlich in der Nacht zum Wahlsonntag in Hagenohsen und in Kirchohsen mehrere Großplakate der CDU, der SPD und der Partei Bündnis 90/Die Grünen mit meterlangen Folien beklebt. Über einem Portrait von Bundeskanzlerin Angela Merkel prangen in schwarzen Lettern die Worte "Volksverräter" und "Arbeiterverräter". Der heimische SPD-Bundestagskandidat Johannes Schraps und die Spitzenkandidaten der Grünen, Katrin Göring-Eckhardt und Cem Özdemir, wurden als "Kinderschänder" betitelt.

veröffentlicht am 24.09.2017 um 07:42 Uhr
aktualisiert am 25.09.2017 um 00:08 Uhr

Ulrich Behmann

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Chefreporter zur Autorenseite

Dass die Schmähungen - zumindest in Emmerthal - jetzt nicht mehr zu sehen sind, ist Tom Jürgens zu verdanken. Der Kreistagsabgeordnete der Grünen ist Mitglied des Gemeinderates in Emmerthal. Er lag am frühen Sonntagmorgen noch im Bett, als er kurz nach 7 Uhr einen Anruf seiner Frau bekam. Auf dem Weg zur Arbeit hatte sie die überklebten Wahlplakate gesehen und ihrem Mann von der "Schmutzkampagne" erzählt. "Ich habe das Badezimmer links liegen lassen, bin sofort ins Auto gestiegen, habe zunächst Beweisfotos gemacht und dann die Folien abgezogen", erzählt der Kommunalpolitiker. "Ich wollte, dass möglichst wenige Menschen, die zu den Wahllokalen gehen, davon Notiz nehmen", erklärt Jürgens. An vier Stellen hat der Grüne die Folien der Täter entfernt. An der Kirche in Hagenohsen und am Hallenbad in Kirchohsen. Unklar ist, ob die Kriminellen auch in anderen Städten und Dörfern zugeschlagen haben. Der Politiker ist empört: "Ich finde: Das geht gar nicht. Da müssen alle Parteien zusammenhalten und solche Dinge sofort entfernen." Der Emmerthaler vermutet, dass es sich um eine von langer Hand geplante "konzertierte Aktion" handelt - von wem auch immer. "Bedruckte Klebefolie kostet ja schon ein paar Euro." So etwas mache schließlich kein Zufallstäter im Vorbeigehen. Die Hamelner Polizei hat von den Taten erst durch einen Anruf der Dewezet erfahren. Umgehend wurde der Staatsschutz eingeschaltet. Es ist davon auszugehen, dass Ermittlungen wegen Sachbeschädigung und Beleidigung eingeleitet werden.

2 Bilder
Foto: Tom Jürgens


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