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Angeklagter bestreitet die Tat / Verteidiger plädiert auf Freispruch

Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft nach Mord an Anna-Lena

HANNOVER/BARSINGHAUSEN. Im Prozess um den gewaltsamen Tod der 16-jährigen Anna-Lena aus Barsinghausen hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes für den Angeklagten Ronald C. gefordert.

veröffentlicht am 28.11.2018 um 18:15 Uhr

Verteidiger Christian J. Neumann spricht mit dem Angeklagten. Nach dem gewaltsamen Tod der 16-jährigen Anna-Lena in Barsinghausen muss sich der Mann wegen Mordes verantworten. Foto: dpa

Autor:

Christina Sticht und Michael Zgoll
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Staatsanwältin Friederike Riemer führte am Mittwoch in ihrem Plädoyer aus, dass der 24-Jährige ihrer Überzeugung nach in Verdeckungsabsicht gehandelt habe, um einen zuvor erfolgten sexuellen Übergriff gegen die Jugendliche zu verschleiern. Eine Sicherungsverwahrung von C. beantragte die Anklagevertreterin ausdrücklich nicht.

Verteidiger Christian J. Neumann plädierte für einen Freispruch seines Mandanten. Dieser habe die nächtliche Schreckenstat zwischen dem Abschied von einer Gruppe von jungen Leuten an der S-Bahn-Station Barsinghausen und seiner Ankunft in einem Obdachlosenheim aus zeitlichen Gründen gar nicht begehen können.

Die blutüberströmte Leiche der Jugendlichen war Mitte Juni vor einer Grundschule in der Kleinstadt entdeckt worden. Das Mädchen starb laut Obduktion durch Tritte auf den Hals und massive Schläge mit einem 1,30 Meter langen Ast. Der mutmaßliche Täter und das Opfer sollen sich erst kurz vor der Attacke kennengelernt haben. Der Deutsche, der nur wenige Monate vor dem Verbrechen aus der Haft entlassen worden war, bestreitet die Tat. Vor den Plädoyers hatte die Strafkammer den Hinweis gegeben, dass auch eine Verurteilung wegen Totschlags in Betracht komme.

Ronald C. nahm die Verhandlung mäßig interessiert zur Kenntnis, saß häufig seitlich abgewendet auf der Anklagebank und machte sich scheinbar Notizen. Sein Schlusswort war kurz und knapp: „Ich möchte betonen, dass ich Anna-Lena nicht umgebracht habe und dass ich sie nicht vergewaltigt habe oder sonst was.“ Das Urteil soll am kommenden Mittwoch (5. Dezember) um 15 Uhr verkündet werden. Der Nebenklage-Anwalt kündigte an, dass die Mutter des getöteten Mädchens bei der Urteilsverkündung anwesend sein wolle – zum ersten Mal in diesem Prozess.

Exakt zwei Monate vor dem gewaltsamen Tod von Anna-Lena war nur wenige Straßen vom Tatort entfernt eine 55-jährige Frau durch massive Gewalt getötet worden. Die Staatsanwaltschaft Hannover prüft einem Sprecher zufolge, ob der 24-Jährige auch für dieses Verbrechen verantwortlich sein könnte. Er hatte in einem Heim für Flüchtlinge und Wohnungslose gewohnt.



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