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Ursache des Großfeuers in Benstorf noch unbekannt

Spürhund findet Leiche in den Trümmern

BENSTORF. 18 Stunden nach Ausbruch des verheerenden Feuers in Benstorf hat ein Spürhund der Polizeidirektion Göttingen die sterblichen Überreste eines Menschen gefunden. Die bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche lag in der an das Wohnhaus angebauten Scheune - unter Brandschutt und verkohlten Balken.

veröffentlicht am 04.12.2017 um 11:29 Uhr
aktualisiert am 04.12.2017 um 15:33 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Todesursachen-Ermittler des Zentralen Kriminaldienstes in Hameln sicherten Spuren, machten Fotos und bargen die Leiche. Noch sei das Geschlecht unbekannt, sagte der Leiter des unter anderem für Todes- und Brandursachen-Ermittlungen zuständigen 1. Fachkommissariats, Axel Brünger. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei dem Toten um den vermissten 86 Jahre alten Hausbewohner handelt, sei allerdings sehr hoch, meinte der Erste Kriminalhauptkommissar.  Das Brandopfer lag vor einem ausgeglühten und durch herabfallende Trümmer eingedrückten Auto. Unklar ist derzeit, ob sich herausfinden lässt, woran die Person gestorben ist. Zunächst einmal müsse der Tote sicher identifiziert werden, hieß es.

Schon im Vorfeld hatten sich Hinweise darauf verdichtet, dass sich der Rentner zur Brandausbruchszeit in dem Gebäude befunden hat. Der Senior sei nicht mehr so gut zu Fuß, er verlasse sein Wohngebiet eigentlich nur mit dem Auto. „Sein Wagen ist noch dort“, sagte Oberkommissar Jens Petersen. Die Tatort-Gruppe hatte die Brandobjekte bereits am Sonntagabend beschlagnahmt. Die Ursache des Feuers ist unbekannt. Am Dienstag wollen sich Spezial-Ermittler in den Ruinen umsehen. „Wir können im Moment gar nichts ausschließen“, sagte Petersen auf Anfrage. Einen Zusammenhang mit dem Feuer in Salzhemmendorf, das nur eine Stunde und 37 Minuten nach dem Großbrand in Benstorf entdeckt wurde, sieht die Inspektion bislang nicht.
Das Feuer an der Kruggasse in Benstorf gibt Rätsel auf. Es hat sich rasend schnell ausgebreitet, wurde erst entdeckt, als Wohnhaus und Scheune lichterloh in Flammen standen. Wie kann das sein? Der aufsteigende Rauch wurde vom Wind zu Boden gedrückt und waberte in Richtung Bundesstraße 1. Die Sichtweite in dem Wohngebiet habe längerfristig weniger als einen Meter betragen, sagt Petersen. Warum wurde der Qualm nicht früher bemerkt? Die Polizei forderte Anwohner über Rundfunk dazu auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Eine Autofahrerin sei mit Verdacht auf Rauchgasintoxikation in das Krankenhaus nach Gronau gebracht worden, sagte Petersen. Die B1 musste stundenlang voll gesperrt werden. „Durch das Feuer und die Löscharbeiten sind ein Nachbargebäude und ein geparktes Fahrzeug in Mitleidenschaft gezogen worden.“ Die Feuerwehr habe die letzten Glutnester gegen 10.30 Uhr gelöscht, sagte Einsatzleiter Matthias Hoke gegen 13.30 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt hielten Freiwillige aus Benstorf und Oldendorf immer noch Brandwache.

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  • Retter durchsuchen die zerstörte Scheune. Hier wurde die Leiche gefunden. Foto: ube
Der 86-jährige Bewohner des Hauses wird weiter vermisst. Ist er in den Flammen gestorben? Foto: ube
  • Der 86-jährige Bewohner des Hauses wird weiter vermisst. Ist er in den Flammen gestorben? Foto: ube

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