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Staatsschutz: Kein rechtsmotivierter Hintergrund

Sprayer (28) festgenommen: Seine Hexagramme geben Rätsel auf

HAMELN. Er hatte eine Spraydose mit schwarzer Farbe dabei, lief in zwei Nächten kreuz und quer durch Hameln und besprühte Hausfassaden und Mauerpfosten – auch am Polizeigebäude an der Zentralstraße hinterließ der Täter einen sechseckigen Stern und die Zahl 16. Die Sprühaktion gab – und gibt immer noch – Rätsel auf. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

veröffentlicht am 06.06.2019 um 15:43 Uhr
aktualisiert am 13.06.2019 um 12:28 Uhr

Diese Zeichen hat der Mann mehrfach an Häuser gesprüht: ein Hexagramm mit einer 16. Zu der Bedeutung schweigt der 28-Jährige. Foto: Polizei
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Kommissaren des Einsatz- und Streifendienstes gelang es in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, einen Hamelner zu stellen und festzunehmen. Der 28-Jährige hatte zuvor vergeblich versucht, die Beamten mit einem Sprühstoß auf Distanz zu halten. Der Tatverdächtige stehe im Verdacht rund ein Dutzend Farbschmierereien, zwei versuchte Körperverletzungen, eine Autofahrt unter Drogen und einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz begangen zu haben, teilte der Staatsschutz auf Nachfrage der Dewezet mit.

Die Motivlage sei völlig unklar, hieß es. „Wir wissen derzeit nicht, was der Mann bezwecken wollte“, sagte ein Staatsschützer. Der Hamelner hüllt sich in Schweigen. „Ein rechtsmotivierter Hintergrund scheidet ersten Erkenntnissen nach aus“, sagte ein Ermittler. Bei dem Stern handele es sich um ein Hexagramm und nicht um einen Davidstern. Was den Staatsschutz zu dieser Annahme veranlasst, wollte der Beamte nicht sagen. Die Schmierereien werden dennoch als „politische Taten“ gewertet – „wegen der Symbolik und weil das Polizeigebäude besprüht wurde“, hieß es.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag waren nach den bisherigen Feststellungen der Hamelner Polizei am Zentralen Kriminaldienst an der Zentralstraße und an Häusern „Am Stockhof“ und am „Kreuzfeld“ jeweils ein Hexagramm und dazu die Zahl 16 an die Wände geschmiert worden. 24 Stunden später soll derselbe Täter erneut zugeschlagen haben. Der Sprayer wurde jedoch von zwei Zeugen (64 und 43 Jahre alt) an einer Gaststätte an der Adolfstraße überrascht und von diesen angesprochen. „Der Farbschmierer konnte aber nach einem Sprühstoß, der er in Richtung der Personen, die ihn auf frischer Tat ertappt hatten, mit einem Auto flüchten.“ Die zwischenzeitlich alarmierte Polizei nahm zunächst die Anzeige auf und wollte gerade nach dem gesuchten Wagen fahnden, als das Fahrzeug der Funkstreifen-Besatzung unweit des Tatorts entgegenkam. Der Fahrer bog in die Adolfstraße ein. Der Fahrer des Streifenwagens wendete und nahm die Verfolgung auf. Die Beamten staunten über die Dreistigkeit des Verdächtigen – er hatte sein Auto verlassen und war dabei, die Fassade der Gaststätte zu beschmieren.

Bei der vorläufigen Festnahme habe der Tatverdächtige Widerstand geleistet und einen Sprühstoß in Richtung der Beamten abgegeben, um flüchten zu können. Das Vorhaben scheiterte, Handschellen klickten.

In der Wache hätten Polizisten festgestellt, dass der Mann offenbar unter dem Einfluss von Drogen stand, hieß es. Deshalb stehe der Verdächtige nun auch im Verdacht, im Besitz von Betäubungsmitteln gewesen zu sein und eine Fahrt unter Drogeneinfluss begangen zu haben, teilte der Staatsschutz mit.

Geschädigte werden gebeten, sich mit der Polizei unter 05151/933-222 in Verbindung zu setzen.



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