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25-Jähriger vergeht sich an Tochter seiner Freundin / „Ich habe kein Interesse an Kindern“

Siebenjährige missbraucht – Bewährungsstrafe

RINTELN / BÜCKEBURG. Der Angeklagte ist kaum zu verstehen, so leise spricht er. Mehrfach bittet Richter Norbert Kütemeyer im Bückeburger Landgericht den 25-Jährigen, etwas lauter zu reden. Auch als Kütemeyer die recht geräuschvolle Klimaanlage im Saal abstellen lässt, wird es nicht viel besser. Falls der Mann auf der Anklagebank sich schämt, wäre das nachvollziehbar: Schließlich ist er wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt.

veröffentlicht am 21.11.2017 um 16:39 Uhr

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„Ich habe kein Interesse an Kindern“, versichert er und lacht unbeholfen. Es mag sein, dass 25-Jährige sich eher zu erwachsenen Frauen hingezogen fühlt. In dem Fall aus Rinteln hat er sich jedoch an der erst sieben Jahre alten Schwester seiner damaligen Freundin vergangen. Am Ende verhängt die 1. Große Jugendkammer eine Freiheitsstrafe von acht Monaten und setzt deren Vollstreckung zur Bewährung aus. Nach Feststellung des Gerichts hat der Mann das Kind mehrfach auf den Mund geküsst, erst am Bauch und später auch im Intimbereich gestreichelt.

„Wir halten den Angeklagten nicht für pädophil“, erklärt Kütemeyer, der Vorsitzende der Kammer. Auch sei der Mann kein Wiederholungstäter. Vorbestraft ist der Beschuldigte wegen Unfallflucht. Die Entscheidung ist mit mehreren Auflagen verbunden. So muss der Verurteilte unter anderem 120 Stunden gemeinnützig arbeiten.

Das Mädchen war im Vorfeld der Verhandlung von einer Richterin vor laufender Kamera vernommen worden. So blieb dem Kind die Vernehmung im Gerichtssaal erspart, bei der neun fremde Menschen zuhören würden. Das könnte sehr belastend sein. In der Sitzung wurde das Video vorgespielt.

Außerdem hatte das Gericht ein Gutachten zur Glaubwürdigkeit der Schülerin in Auftrag gegeben. In der Expertise kam eine Sachverständige zu dem Schluss, dass das Kind die Wahrheit sagt. Die Siebenjährige hatte zunächst ihrer Mutter von dem sexuellen Übergriff erzählt.

Am Neujahrstag waren der Mann und seine Freundin von einer Silvesterfeier in Berlin nach Rinteln zurückgekehrt. In der Wohnung, wo die Familie der Frau lebte, darunter auch das Kind, erholte man sich von der anstrengenden Nacht. Beim Ausruhen auf dem Sofa war die Siebenjährige recht zutraulich. Dieses Vertrauen nutzte der erwachsene Mann aus. Wenn es zu einer Berührung zwischen den Beinen gekommen sei, dann „nicht aus Absicht“, betont er vor Gericht. Das Mädchen hatte dagegen sinngemäß ausgesagt: „Er hat mich so doll angefasst, dass es weh tat.“ Vergewaltigt hat der Mann das Opfer nicht.

Auf sexuellen Missbrauch von Kindern bis 14 Jahren stehen Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren Haft. Wenn der sexuelle Übergriff mit einem Eindringen in den Körper verbunden ist, erhöht sich die Mindeststrafe auf zwei Jahre.

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