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Fenster zugehängt – Polizei umstellt Brache

Sechs Personen dringen in alte Mühle ein

HAMELN. Polizeikräfte haben am späten Mittwochabend das leer stehende Mühlengebäude zwischen Ruthenstraße und Hafeneinfahrt umstellt. Gegen 23 Uhr hatte ein Passant der Leitstelle gemeldet, dass sich sechs Personen in der Industriebrache aufhalten. Unklar ist, was die Personen vorhatten. Suchten sie dort den besonderen Kick oder waren es Diebe, die es auf Altmetall abgesehen hatten?

veröffentlicht am 28.06.2018 um 13:09 Uhr

Polizisten und Feuerwehrleute durchsuchen zu mitternächtlicher Stunde das alte Mühlengebäude. Foto: Polizei
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Polizeikräfte haben am späten Mittwochabend das leer stehende Mühlengebäude zwischen Ruthenstraße und Hafeneinfahrt umstellt. Gemeinsam mit Feuerwehrleuten, die mit einer Drehleiter, einem Hilfeleistungslöschfahrzeug und einem Kommandowagen angerückt waren, wurden sämtliche Etagen des 40 Meter hohen Gebäudes durchsucht.

Gegen 23 Uhr hatte ein Passant der Leitstelle gemeldet, dass sich sechs Personen in der Industriebrache aufhalten. Ein gefährliches Unterfangen, denn allgemein bekannt ist, dass in den Fußböden riesige Löcher klaffen und die Absturzgefahr deshalb sehr groß ist. Insbesondere bei völliger Dunkelheit. Nach Angaben der Hamelner Polizei besteht Lebensgefahr. Die Kommissare betreten den Komplex deshalb nur im Beisein von Feuerwehrleuten, die die riesigen Räume ausleuchten. Zunächst forderten die Polizisten die Personen mit Lautsprecherdurchsagen auf, die ehemalige Wesermühle zu verlassen.

„Eine Reaktion darauf ist ausgeblieben“, sagte Hauptkommissar Jens Petersen.

Absturzgefahr! Foto: Polizei

Nach Angaben des Augenzeugen hatten die Eindringlinge Taschenlampen dabei. Um nicht aufzufallen, sollen die Unbekannten von innen Fenster zugehängt haben. Bis nach Mitternacht wurde das große Gebäude durchsucht. Mit ihren Handlampen konnten die Kräfte jedoch nicht jede Nische ausleuchten. Gegen 0.15 Uhr wurde die Aktion erfolglos abgebrochen. Unklar ist, was die Personen vorhatten. Suchten sie dort den besonderen Kick und wollten – wie bereits einige junge Leute zuvor – dort einfach nur „abhängen“? Oder waren es Diebe, die es auf Altmetall oder andere Gegenstände abgesehen hatten? Immerhin wurden mehrere Fenster zugehängt, um nicht aufzufallen.

Für Polizei und Feuerwehr war es mittlerweile der vierte Einsatz. Am Nachmittag des 1. Mai waren die Kräfte gleich zweimal innerhalb von nur drei Stunden zu der alten Mühle gerufen worden. Polizisten suchten nach Randalierern. Dabei kam auch ein Spürhund zum Einsatz. Die Durchsuchung gestaltete sich nicht nur aufgrund der löchrigen Böden als schwierig, auch Glassplitter und Bauschutt machten es dem Diensthund nicht leicht, bis auf das Dach vorzudringen.

Am Abend des 14. Mai löste ein Pärchen aus Hameln einen größeren Polizei-, Feuerwehr- und Rettungseinsatz aus – die junge Frau (21) und ihr Freund (26) hatten das Mühlengebäude betreten, um eigenen Angaben zufolge auf dem Dach ein „wenig zu chillen“.

Die Gefahren werden offenbar ignoriert. „Für uns geht es um Menschenrettung“, hatte Brandoberinspektor Christian Voß vom Einsatzführungsdienst der Hamelner Feuerwehr beim vorletzten Einsatz erklärt. „Wir kommen, um diese Leute vor dem Schlimmsten zu bewahren.“ Es bestehe Absturzgefahr. Die Eigentümer des Gebäudes scheinen sich wenig für das, was in der Brache geschieht, zu interessieren. Es bestehe offenbar kein Interesse daran, dass die Polizei den Straftatbestand des Hausfriedensbruchs verfolge, hieß es seitens der Inspektion. Eine solche Tat kann mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft werden. Sie wird allerdings nur auf Antrag verfolgt. Zwar warnen Schilder vor dem Betreten der ehemaligen Wesermühle, doch wurden in den letzten Wochen weder eine aufgebrochene Tür noch ein eingeschlagenes Fenster gesichert.



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