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Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Schwelbrand in Chemiefabrik – Mitarbeiter verhindert Schlimmeres

KIRCHOHSEN. Alessandro Conrad war am Mittwochvormittag um 11.10 Uhr zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Der 22-Jährige wusste, was er tat, als er den Strom abstellte und die Luftzufuhr für einen hermetisch abgeschlossenen Bereich der chemischen Fabrik Dr. Paul Lohmann unterbrach. Der Chemikant hatte kurz zuvor gesehen, dass in der Nähe einer Pulvermühle Rauchschwaden aufstiegen. Da sich keine Menschen in dem Raum aufhielten, sorgte er dafür, dass sich das Feuer nicht ausbreiten konnte. Er wusste: Kein Sauerstoff, keine Flammen.

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

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Der Schwebrand sorgte dennoch für einen großangelegten Einsatz der Feuerwehr. Sogar aus Hameln rückte ein Löschzug an. Die Alarmmeldung ließ Schlimmstes befürchten: „Starke Verqualmung“. Alessandro Conrad hat den Entstehungsbrand noch im Keim erstickt. Kein Wunder: Er ist nicht nur Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Kirchohsen, sondern zudem noch ehrenamtlich beim Gefahrgutzug tätig.

Nach Angaben des Unternehmens wurde eine ungefährliche Zinkverbindung, die für die Kunststoffindustrie bestimmt war, in einer kleinen Mühle zerkleinert. Der Elektromotor der Anlage müsse heiß gelaufen sein, berichtet Feuerwehr-Einsatzleiter Matthias Hüsing. Die Substanz hat sich dadurch entzündet. „Es hat jedenfalls geglimmt.“ Anfangs war vermutet worden, dass es eine Verpuffung gegeben hat. Hüsing sprach später aber nur noch von einem Schwelbrand.

Geschäftsführer Jürgen Lohmann zeigte sich erleichtert, dass niemand verletzt und so gut wie nichts beschädigt wurde. Die Feuerwehr-Einsatzleitung lobte das ausgezeichnete Zusammenspiel zwischen den Mitarbeitern und den Löschtrupps. Die Kräfte seien sehr gut eingewiesen worden.

  • Mitarbeiter Alessandro Conrad war auf Zack, löschte den Schwelbrand im Alleingang. Foto: ube

Kleine Ursache, große Wirkung: Da Chemiefabriken wie die in Emmerthal als sensible Objekte eingestuft sind, waren vorsorglich Feuerwehrleute aus Kirchohsen, Hagenohsen, Emmern, Grohnde, Amelgatzen und Hameln sowie ein Fachberater des THW und eine Rettungswagen-Besatzung des DRK zum Einsatzort geschickt worden.

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