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Häuser schützen, Deich kontrollieren

Schuften bis zum Umfallen: Hochwasser-Einsatz im Emmertal

EMMERTHAL. Nachdem die Emmer am Dienstag rasant angestiegen ist, waren in der Nacht zum Mittwoch zahlreiche Helfer im Hochwassereinsatz.

veröffentlicht am 22.05.2019 um 18:31 Uhr
aktualisiert am 13.06.2019 um 15:44 Uhr

Amelgatzen, 23.30 Uhr: Feuerwehrleute laden Sandsäcke ab, um damit eine Scheune zu schützen. Foto: leo
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Sirenenalarm in Emmern, Feuerwehrleute im Hochwasser-Einsatz, zuckende Blaulichter – und THW-Helfer, die mit einem Kran Sandsäcke abladen. Manch einem Anwohner war nicht wohl bei diesem Anblick. Die Emmer stieg am Dienstag rasant an – innerhalb von nur sieben Stunden um 68 Zentimeter. In Amelgatzen wurden Straßen überflutet, standen Häuser plötzlich nah am oder im Wasser.

Der Leiter des Einsatzstabes, Elmar Günzel, forderte 1000 mit Sand gefüllte Säcke an, um im Notfall ein Wohngebiet in Emmern mit einem 80 Meter langen Schutzwall schützen zu können. Das THW Hameln alarmierte seine Bergungsgruppen, brachte die Fracht so schnell es ging nach Emmern. Ein Teil der Sandsäcke wurde am späten Abend in Amelgatzen benötigt. Feuerwehrleute schützten damit Häuser und eine Scheune. An zwei Stellen bauten Freiwillige aus Holzbohlen, Teichfolie und Sandsäcken Hochwasser-Sperren auf. Feuerwehrleute und THW-Helfer schufteten bis zum Umfallen.

Gegen 19.30 Uhr hatte der Fluss in Bad Pyrmont zwar seinen Höchststand (4,69 Meter). Die Welle rollte zu diesem Zeitpunkt aber noch auf Emmerthal zu. „Niemand kann sagen, wie hoch das Emmer-Hochwasser kommen wird“, sagte Günzel um 23 Uhr. Anwohner Willi Henjes (64) meinte: „Dass das Wasser auf meinen Hof läuft, kommt selten vor. Das letzte Mal war das vor 30 Jahren so.“ Probleme bereiteten Feuerwehr-Einsatzleiter Frank Melde zwei Rundstrohballen, die auf Emmern zutrieben. Sie hätten sich vor Brücken setzen und für Überflutungen sorgen können.

7 Bilder
Um Häuser zu schützen, wurde eine Flutbarriere errichtet. Foto: leo

Feuerwehrleute wurden in der Nacht zu Deichläufern. In Emmern kontrollierten Ehrenamtliche bis 3 Uhr morgens die Wasserstände am Damm und hielten zudem Ausschau nach Treibgut. Am Ende konnten Günzel, die Einsatzkräfte und die Anwohner aufatmen – der Pegel fiel, die Gefahr war gebannt.



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