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Polizisten erschießen Hund / Oberkommissar durch Bisse verletzt

Schüsse bei Rauschgift-Einsatz am „Kuckuck“

Rohrsen. Im Hamelner Wohngebiet „Kuckuck“ sind am Freitagmorgen mehrere Schüsse gefallen. Sie wurden aus Polizeipistolen auf einen Hund, der auf der Liste gefährlicher Rassen stehen soll, abgefeuert. Das Tier - nach Informationen der Dewezet handelt es sich um einen Staffordshire-Mix - starb. 

veröffentlicht am 18.09.2015 um 14:08 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:16 Uhr

Ulrich Behmann

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Es hatte einen Polizeibeamten (34) angegriffen und diesem zweimal in den linken Arm gebissen. Der verletzte Oberkommissar musste im Krankenhaus behandelt werden. Eine Kommissarin erlitt einen Schock.
Um 6.30 Uhr klingelten Ermittler des Zentralen Kriminaldienstes an der Tür. Die Zivilbeamten hatten einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss. Sie wussten, dass jemand zu Hause ist. Als niemand öffnete, verschafften sie sich Zutritt zu der Wohnung. Nach Informationen der Dewezet besteht der Verdacht, dass sich die Mieter Rauschgift beschafft haben. Die Polizisten wussten nicht, dass sich in der Wohnung ein Hund aufhält. „Er hat den Kollegen zweimal angegriffen und dabei in den Ellenbogen gebissen“, berichtet Oberkommissar Andreas Appel.

Während des zweiten Angriffs habe der Beamte einen Schuss auf den Hund abgegeben, hieß es. „Er hat in Notwehr gehandelt“, sagte Appel. Die Polizisten forderten die Hamelner Feuerwehr an. Tierretter sollten den angeschossenen Mischling in der Wohnung einfangen und zum Tierarzt bringen. Feuerwehrleute legten dem verletzten Tier mithilfe eines Fangstocks eine Schlinge um den Hals. Als sie den Hund draußen in einem Tragekorb setzen wollten, riss er sich jedoch los und lief durch das Viertel in Richtung Hamel. Die Situation sei brenzlig gewesen, hieß es. Von Hameln aus startete mit Blaulicht und Sirene ein Tanklöschfahrzeug. Es hatte ein Fangnetz an Bord. Andere Feuerwehrleute machten sich auf, einen Tierarzt zu holen. Von dem verletzten Hund sei eine ganz erhebliche Gefahr für unbeteiligte Dritte ausgegangen, sagt Appel. Deshalb seien mehrere Schüsse auf das Tier abgegeben worden, hieß es.
Nach dem Vorfall sicherten Kriminaltechniker Spuren. Die Beamten machten zahlreiche Fotos, auch ein Videofilm wurde gedreht.
Die Polizei machte gestern keine näheren Angaben zu dem Rauschgift-Verfahren – „aus kriminaltaktischen Gründen“, wie es hieß. Allerdings wurden nach Informationen unserer Zeitung ein Mann (41) und eine Frau (33) von Ermittlern in der Polizeiinspektion vernommen. Es soll sich um die Verdächtigen handeln. Unklar bleibt, wie viele Schüsse abgegeben wurden. Auf Facebook behauptet eine Frau, es seien 20 Schüsse abgefeuert worden. Andere Zeugen sagen allerdings, es seien weit weniger gewesen. Die Anwohnerin schreibt, sie frage sich, warum nicht gleich ein Tierarzt hinzugezogen wurde. Der verletzte Hund habe kurz vor den tödlichen Schüssen bereits vor Schmerzen gejault.

 



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