weather-image
Suchmannschaften setzen Wärmebildkameras und Drohne ein

Schlafwandlerin (17) löst erneut große Suchaktion aus

MULTHÖPEN. Wenn es Nacht ist und alles schläft, steht sie plötzlich wie ferngesteuert auf und wandelt umher. In diesem sonderbaren Dämmerzustand überwindet die junge Frau aus Aerzen offenbar mühelos Alarmanlagen und andere Sicherheitsvorkehrungen. Ihr mehrmaliges Verschwinden hat bereits innerhalb von nur 28 Tagen drei großangelegte Suchaktionen ausgelöst.

veröffentlicht am 04.12.2017 um 10:20 Uhr

Lagebesprechung: Es ist bereits die dritte große Suchaktion nach der 17-Jährigen in kurzer Zeit. Foto: Hundertmark
Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die jüngste wurde am frühen Montagmorgen im Raum Multhöpen durchgeführt. Die 17-Jährige soll erneut geschlafwandelt sein. Zum Glück wurde sie rechtzeitig gefunden. Nach Angaben der Feuerwehr lag sie im nassen Gras am Rande eines Feldes neben der Durchgangsstraße in Multhöpen. Wieder war sie unterkühlt, wieder einmal musste sie von einem Notarztteam behandelt und ins Krankenhaus gebracht werden. Die Minderjährige war in großer Gefahr – bei Temperaturen um 2 Grad und der hohen Luftfeuchtigkeit hätte sie erfrieren können.

Nach Angaben der Suchmannschaften muss die 17-Jährige zwischen 23 Uhr und 0.30 Uhr unbemerkt das Haus verlassen haben.

Um 2.13 Uhr wurden die Feuerwehren Aerzen, Egge, Multhöpen, Grupenhagen, Groß Berkel und die Führungsgruppe der Gemeindefeuerwehr alarmiert. In drei Dörfern heulten die Sirenen. Die Freiwilligen trafen sich am Feuerwehrhaus in Multhöpen. Einsatzleiter Friedhelm Senke und Ortsbrandmeister Arno Neddermeyer teilten die Helfer auf verschiedene Sektoren auf. Mit mehreren Streifenwagen und elf Feuerwehrfahrzeugen wurde Straßen und Wege abgefahren. Andere Feuerwehrleute suchten in der Dunkelheit mit Wärmebildkameras nach der Vermissten. Die Drohnenstaffel der Kreisfeuerwehr setzte ein unbemanntes Flugobjekt mit Suchscheinwerfern ein. Mehr als 60 Frauen und Männer waren unterwegs. Gegen 3 Uhr wurde die Gesuchte entdeckt. Ein Feuerwehrmann hatte eine Bewegung registriert und deshalb das Feld in Augenschein genommen. Freiwillige kümmerten sich um die junge Frau, forderten den bereitstehenden Rettungswagen der Schnell-Einsatzgruppe des DRK und einen Notarzt an. Helfer bauten rasch einen Steg über den Graben, trugen die Unterkühlte zum Fahrzeug.

Mit einer Wärmebildkamera suchen die Retter nach der jungen Frau. Foto: Hundertmark
  • Mit einer Wärmebildkamera suchen die Retter nach der jungen Frau. Foto: Hundertmark
Bei Minusgraden und Schnee kommt es auf jede Minute an - Lebensgefahr für die Jugendliche. Foto: Hundertmark
  • Bei Minusgraden und Schnee kommt es auf jede Minute an - Lebensgefahr für die Jugendliche. Foto: Hundertmark

Nach Angaben von Oberlöschmeister Daniel Hundertmark ist es der 17-Jährigen gelungen, in ihrem Wohnhaus neue Sicherungsmaßnahmen zu überwinden. Nacht- oder Schlafwandler befinden sich im Tiefschlaf. Sie verlassen ihr Bett - ohne dabei aufzuwachen. Dabei sind sie in der Lage, scheinbar sinnvolle und komplexe Tätigkeiten zu verrichten. Der Somnambulismus zählt bis heute in der Medizin zu den rätselhaftesten Phänomenen. Was im Gehirn von Schlafwandlern vor sich geht, ist bislang wenig erforscht. Wissenschaftler fanden bei Testpersonen im Schlaflabor heraus: Die Betroffenen verhalten sich so, als seien sie wach. Die Gehirnströme zeigen aber, dass sie sich in der Tiefschlafphase befinden.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare