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Fünfstelliger Eurobetrag erbeutet

Salzhemmendorfer fällt auf falsche Polizisten rein

SALZHEMMENDORF/HAMELN. Betrüger haben von einem Mann aus einem Ortsteil von Salzhemmendorf einen fünfstelligen Eurobetrag und Schmuckstücke im Wert von 3500 Euro erbeutet. Ihre Masche ist mittlerweile vielen geläufig, jedoch offensichtlich noch nicht jedem bekannt: Die Kriminellen geben sich vornehmlich Senioren gegenüber am Telefon als Polizeibeamte aus und verwickeln sie in Gespräche.

veröffentlicht am 15.01.2019 um 15:50 Uhr
aktualisiert am 15.01.2019 um 18:40 Uhr

Symbolfoto Polizei
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Wie die „richtige“ Polizei am Dienstag mitteilte, wurde der 78-Jährige bereits am vergangenen Dienstag, 8. Januar, übers Ohr gehauen. Mit der List, wie die Täter immer vorgehen: Sie rufen ältere Menschen an und geben sich als Polizeibeamte aus. Die Namen der „Polizisten“ sind Allerweltsnamen und dadurch unauffällig. Oft wird sogar die Telefonnummer der örtlichen Polizei im Display angezeigt. „Call-ID-Spoofing nennt es sich, wenn die Nummer kopiert wird und im Display des Angerufenen angezeigt wird“, erklärt Polizeioberkommissarin Stephanie Heineking-Kutschera.Den ausgewählten Opfern wird vorgetäuscht, bei einem festgenommenen Einbrecher einen Zettel mit ihrer Adresse gefunden zu haben. Zudem habe auf der Notiz gestanden, dass die angerufene Person eine bestimmte Menge Bargeld und Schmuck in einem Tresor im Haus aufbewahre. Die „Polizei“ befürchte, dass ein noch flüchtiger Komplize vorbeikommen werde. Daher soll das Opfer seine Wertgegenstände besser in Sicherheit bringen, wobei der sicherste Aufbewahrungsort bei der Polizei sei, gaukeln die Verbrecher den Angerufenen vor.

Wie die „richtige“ Polizei am Dienstag mitteilte, wurde der 78-Jährige bereits am vergangenen Dienstag, 8. Januar, übers Ohr gehauen. Mit der List, wie die Täter immer vorgehen: Sie rufen ältere Menschen an und geben sich als Polizeibeamte aus. Die Namen der „Polizisten“ sind Allerweltsnamen und dadurch unauffällig. Oft wird sogar die Telefonnummer der örtlichen Polizei im Display angezeigt. „Call-ID-Spoofing nennt es sich, wenn die Nummer kopiert wird und im Display des Angerufenen angezeigt wird“, erklärt Polizeioberkommissarin Stephanie Heineking-Kutschera.

Den ausgewählten Opfern wird vorgetäuscht, bei einem festgenommenen Einbrecher einen Zettel mit ihrer Adresse gefunden zu haben. Zudem habe auf der Notiz gestanden, dass die angerufene Person eine bestimmte Menge Bargeld und Schmuck in einem Tresor im Haus aufbewahre. Die „Polizei“ befürchte, dass ein noch flüchtiger Komplize vorbeikommen werde. Daher soll das Opfer seine Wertgegenstände besser in Sicherheit bringen, wobei der sicherste Aufbewahrungsort bei der Polizei sei, gaukeln die Verbrecher den Angerufenen vor. Haben die Betrüger Erfolg, lassen sie Wertgegenstände von ihren Opfern an einem zuvor ausgemachten Ort deponieren, räumen später unbeobachtet das Depot aus und verschwinden. Anders beim Salzhemmendorfer: Die falschen Beamten statteten dem 78-Jährigen sogar einen Besuch ab. Sie haben in der Wohnung des Mannes seinen Schmuck mit der Kamera eines Handys fotografiert und anschließend mitgenommen, sagte ein Ermittler. Nach fünf Minuten seien sie wieder verschwunden, meinte der Kriminalbeamte.

Dabei blieb es nicht. Der Senior fuhr zu einem Kreditinstitut und räumte sein angemietetes Schließfach leer, so die Inspektionssprecherin. Während der Fahrt zur Bank soll der Mann ständigen Telefonkontakt zu den Betrügern gehabt haben, berichtete ein Ermittler.

Am Abend habe der Salzhemmendorfer die richtige Polizei eingeschaltet, hieß es. Als am Mittwochmorgen gegen 9 Uhr die Täter erneut anriefen, sollen bereits Polizeibeamte bei dem Senior gewesen sein. Dieses Gespräch soll allerdings nicht von langer Dauer gewesen sein.

In Hannover ist am Montag ein älterer Mann mit dem gleichen Trick um gleich 120 000 Euro erleichtert worden. Der Mann holte nach Anrufen der Ganoven 50 000 Euro Bargeld sowie Goldmünzen mit einem Wert von 70 000 Euro von der Bank ab. Jedoch wollte der Senior das Geld selbst bei einer Polizeidienststelle abgeben. Als er aus seiner Wohnung trat, kam einer der falschen Polizisten auf ihn zu und riss ihm einen Stoffbeutel mit dem Bargeld und den Goldmünzen aus der Hand.

In der Region häufen sich derzeit die dubiosen Anrufe. „Seit Montagabend haben über 30 Personen bei der Polizeiinspektion angerufen und uns mitgeteilt, dass sie womöglich von falschen Polizeibeamten angerufen wurden“, sagte die Oberkommissarin.



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