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Kanister geborsten / Mitarbeiter lassen sich vorsorglich in Klinik untersuchen

Salpetersäure läuft aus - Gefahrguteinsatz in Wangelist

WANGELIST. Gefahrgutunfall an der Brekelbaumstraße in Wangelist - in einem Labor ist in der Nacht ein 20-Liter-Kanister, in dem sich nach Angaben des Kreisgefahrgutbeauftragten Frank Wöbbecke Salpetersäure, Wasser und eine geringe Menge Salzsäure befanden, durch Druck geborsten.

veröffentlicht am 12.09.2017 um 08:35 Uhr
aktualisiert am 12.09.2017 um 14:35 Uhr

Dekontamination: Feuerwehrleute spritzen die Chemikalien-Schutzanzüge der Experten mit Wasser ab.  Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Gefahrgutunfall an der Brekelbaumstraße in Wangelist – in einem Laborraum der Gesellschaft für Bioanalytik (GBA), die eigenen Angaben zufolge zu den führenden Laborgruppen in Deutschland gehört, ist irgendwann in der Nacht ein 20-Liter-Kanister geborsten – offenbar hatte sich in dem Gefäß Druck aufgebaut. Nach Angaben des Gefahrgutbeauftragten der Kreisfeuerwehr, Frank Wöbbecke, befanden sich in dem Behälter Salpetersäure, Wasser und eine geringe Menge Salzsäure. Das Gemisch lief auf einen Arbeitstisch mit Chemie-Absauganlage, ein Teil tropfte von dort auf den Fußboden.

Die Leckage wurde am Dienstag gegen 8.40 Uhr entdeckt. Das Unternehmen bat die Hamelner Feuerwehr um Hilfe. Neben einem Löschzug rückten Spezialisten der Teams „Gefahrgut“ und „Einsatzleitung“ aus. Freiwillige legten schweren Atemschutz an und zogen sich blaue Chemikalien-Schutzanzüge über. „Aufgabe der Experten war es, die ausgelaufene Flüssigkeit mit einem speziellen Bindemittel unschädlich zu machen“, erklärt Brandamtmann Eugen Steiger, der den Einsatz geleitet hat. Zwei Feuerwehrleute säuberten den kontaminierten Bereich und transportierten die Materialien in einem Fass ab.

Mitarbeitern, die sich zuvor im Gefahrenbereich aufgehalten hatten, wurde geraten, sich vorsorglich im Krankenhaus untersuchen zu lassen. Zehn Frauen und Männer fuhren mit Taxis zum Sana-Klinikum. „Allen geht es gut. Niemand hat Beschwerden“, sagte Adalbert Elmers, Vertriebsleiter „Deutschland“ der GBA-Laborgruppe, am Dienstagnachmittag. Die Feuerwehr hat den Laborraum gesperrt. „Er muss jetzt von einer Fachfirma gereinigt werden“, sagte Steiger.

Nach Angaben von Elmers werden die Säuren bei der Untersuchung von Lebensmitteln eingesetzt. „Die Kollegen führen damit Schwermetall-Analysen durch.“ Reste waren in den Sammelbehälter gekippt worden. Vermutlich hat es eine chemische Reaktion gegeben.

Die Gesellschaft für Bioanalytik mbH wurde 1989 in Hamburg-Harburg gegründet. Heute ist die Laborgruppe an zehn Standorten in Deutschland vertreten. Auf rund 15 000 Quadratmetern Laborfläche sind nach GBA-Angaben 430 Experten beschäftigt.

Feuerwehrleute dekontaminieren Experten, die unter ihrem Chemikalien-Schutzanzügen schweren Atemschutz tragen. Foto: ube
  • Feuerwehrleute dekontaminieren Experten, die unter ihrem Chemikalien-Schutzanzügen schweren Atemschutz tragen. Foto: ube
Spezialisten reinigen das Labor. Foto: ube
  • Spezialisten reinigen das Labor. Foto: ube

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