weather-image
16°

34-Jähriger Syrer in Lebensgefahr - Tatverdächtiger in Haft

Rohden: Mann sticht mit Messer zu

Rohden. Im Hessisch Oldendorfer Ortsteil Rohden ist ein Mann aus Syrien Opfer einer Messerattacke geworden. Ein 26 Jahre alter Syrer soll dem acht Jahre älteren bei einem Streit in einer Wohnung mit einem Messer in den Oberkörper gestochen haben. Der Tatverdächtige wurde am Sonntag einem Richter vorgeführt, der Haftbefehl wegen versuchten Mordes erließ.

veröffentlicht am 06.03.2016 um 19:50 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:05 Uhr

Die Tat ereignete sich in einem Haus an der Rohdener Ellerbachstraße (Symbolbild).
Frank Neitz

Autor

Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite

Unter den Rohdener Einwohnern war die Aufregung am Samstag groß: In dem Hessisch Oldendorfer Ortsteil musste etwas Brisantes passiert sein. Denn mehrere Zivilfahrzeuge der Polizei fuhren an einem Wohnhaus an der Ellerbachstraße vor. Personen in weißen Schutzanzügen betraten mit Koffern das Gebäude. Offensichtlich suchten Kriminaltechniker im Haus nach Spuren.
  Doch was hatte sich im Dorf ereignet? Am späten Sonntagnachmittag bestätigte die Polizei auf Anfrage dieser Zeitung, dass sich bereits in der Nacht auf Samstag im Ort eine Bluttat ereignet hatte. Ein Mann wurde durch einen Messerstich lebensgefährlich verletzt. Ein 26 Jahre alter Syrer soll einem acht Jahre älteren Asylbewerber ein Messer in den Oberkörper gerammt haben. Der Tatverdächtige wurde von Polizeibeamten noch in der Wohnung festgenommen.
 Unter den beiden Ausländern sei es in der Nacht im Wohnzimmer zu einem Streit gekommen, der eskalierte, sagt Polizeihauptkommissar Jörn Schedlitzki. Zu dieser Zeit sollen die anderen Bewohner bereits geschlafen haben. Gegen 2.30 Uhr soll der Jüngere seinen Kontrahenten mit dem Messer attackiert haben. Ein Stich mit bösen Folgen: Der 34-Jährige wurde lebensbedrohlich verletzt. Ein Rettungswagen brachte den Syrer ins Hamelner Sana-Klinikum, wo Ärzte den Mann sofort operierten.
 „Das Opfer schwebt derzeit nicht mehr in Lebensgefahr, ist aber auch nicht ansprechbar“, berichtet der Polizeisprecher am Sonntag. Die Untersuchungen gestalteten sich für die Ermittler schwierig. Grund seien Sprachbarrieren, meint der Hauptkommissar. Die Beamten hätten einen Dolmetscher hinzugezogen, um den Tatverdächtigen und weitere Bewohner vernehmen zu können. Die Gespräche würden dadurch doppelt so lange dauern. Derzeit seien die Hintergründe des Streits und der detaillierte Tatablauf noch unklar, ist von den Ermittlern zu erfahren. Allerdings wissen die Beamten, dass die Männer nicht in Rohden wohnen – sich allerdings seit einigen Tagen in der Wohnung aufgehalten haben. Das Opfer und der mutmaßliche Täter haben bei einer ebenfalls aus Syrien stammenden Familie übernachtet.
 Der 26 Jahre alte Syrer verbrachte die Nacht zu gestern in der Arrestzelle. Am Sonntag wurde der Tatverdächtige einem Haftrichter vorgeführt, der gegen den Festgenommenen einen Haftbefehl wegen versuchten Mordes erließ. Der Tatort wurde zunächst beschlagnahmt, die Wohnung versiegelt.
 Die dort lebende syrische Familie wurde für eine Nacht in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landkreises Hameln-Pyrmont an der Hamelner Süntelstraße untergebracht. Nachdem die Kriminaltechniker die Spurensuche abgeschlossen hatten, konnten die Bewohner nach Rohden zurückkehren.  Die Ermittlungen zum genauen Tatablauf und den Hintergründen wegen versuchten Mordes dauern weiter an.
 Einen ähnlichen Vorfall gab es am Wochenende in Helmstedt: Ein 41-Jähriger erlitt bei einem Familienstreit schwere Verletzungen. Im Februar endeten Messerstechereien in Flüchtlingsheimen in Wolfsburg und im bayerischen Dorfen für einen 33- und einen 20-jährigen Mann tödlich.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?