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Übung beim 1. Hamelner Notfalltag in Feuerwache

Rettungskräfte versorgen "Anschlagopfer"

HAMELN. Mit medizinischen Notfällen hat Jens Morawe fast täglich zu tun. Das bringt sein Beruf mit sich. Morawe ist Rettungsassistent beim Deutschen Roten Kreuz. Und er ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Doch mit so eine Lage, die der Hamelner auf dem Betriebshof der Stadtwerke vorfindet, hatte der Sanitäter noch nicht zu tun. Neun schwer verletzte Menschen liegen zwischen zerbeulten Autos. Laute Hilfeschreie sind zu hören. Qualm zieht aus Fahrzeugen.

veröffentlicht am 25.11.2018 um 10:41 Uhr
aktualisiert am 26.11.2018 um 11:31 Uhr

Jens Morawe versorgt ein "Anschlagopfer. Foto fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Ein Mann hat Schussverletzungen, andere offene Brüche. Offenbar gibt es auch Tote. Was hier genau passiert ist, wissen Morawe und seine Kollegen noch nicht, als sie eintreffen. Es ist ein Szenario, mit dem die Teilnehmer des 1. Hamelner Notfalltages – allesamt Ärzte, Notfallsanitäter oder Rettungsassistenten – konfrontiert werden.
Während eines Stadtfestes sei ein Attentäter mit einem Lkw in die Menschenmenge gefahren, hat eine Motorradpolizistin erfasst und zwei Pkw mitgerissen, erklärt Bernhard Mandla die simulierte Einsatzlage. „ Eine Sanitätswache ist zu Fuß mit ihrem Equipment auf den Rücken im Einsatz und soll die kritischen Verletzungen der Opfer zum Stillstand bringen“, beschreibt der Trauma-Trainer die primäre Aufgabe der Retter. „Spätestens nach dem Anschlag am Breitscheidplatz in Berlin kommt der zeitkritischen Notfallmedizin massiv blutender Opfer eine immer größer werdende Bedeutung zu“ sagt Sven Hildebrandt, Leiter der Feuer- und Rettungsschule der Stadt Hameln. Deshalb sei die Versorgung kritischer Verletzungen das Kernthema des zum ersten Mal durchgeführten Notfalltages, die an der Feuerwehr- und Rettungswache in fünf anspruchsvollen Workshops unter realistischen Bedingungen trainiert wird, so der Brandoberinspektor.
Die 55 Teilnehmer, darunter Rettungskräfte aus ganz Niedersachen und Tübingen, erfahren einiges über die Versorgung schwerster Beckenverletzungen, neuen medikamentöse Mittel zur Blutstillung oder dem Einsatz hochmoderner Abbindesysteme. „Wir reden über Verletzungen mit 150 Millimetern Blutverlust pro Wunde je Minute, die wir nachgestellt haben. Das ist eine kritische Blutung, die man innerhalb der ersten Minuten zum Stillstand bringen muss. Sonst hat der Patient keine Überlebenschance“, spricht Mandla die Bedeutung dieses Seminars an. Zudem müssen sich die Kräfte in so einem Szenario, wo anfangs nur wenige Retter für viel zu viele Patienten zu Verfügung stehen, auf das Wesentliche konzentrieren, meint der Referent. Auch das wurde geprobt und im Anschluss analysiert.



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