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Polizei, Feuerwehr und Drohnenstaffel im Einsatz / Ärzte versorgen 17-Jährige

Retter suchen Schlafwandlerin

MULTHÖPEN. Mit einem Großaufgebot an Kräften haben Polizei und Feuerwehr am frühen Mittwochmorgen stundenlang nach einer vermissten jungen Frau gesucht - bei Dunkelheit und Nebel. Da der Polizeihubschrauber aufgrund des Wetters nicht fliegen konnte, setzte Einsatzleiter Jens Pieper die erst vor Kurzem gegründete Drohnenstaffel der Kreisfeuerwehr und sämtliche Wärmebildkameras der Gemeindefeuerwehr ein. Vorsorglich sei auch die Hundestaffel der Johanniter-Unfallhilfe in Holzminden alarmiert worden, sagte Feuerwehrsprecher Kevin Mayer. Die großangelegte Suche fand gegen 3.30 Uhr ein glückliches Ende.

veröffentlicht am 08.11.2017 um 06:55 Uhr
aktualisiert am 08.11.2017 um 17:51 Uhr

Lagebesprechung: Rettungsteams legen fest, wer welchen Sektor absucht. Foto: Feuerwehr
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Die vermisste junge Frau (17) wurde von Feuerwehrleuten an einem Feldweg bei Multhöpen entdeckt. Sie lag in einem Straßengraben, war bereits leicht unterkühlt. „Die Jugendliche dürfte ohne Jacke aus dem Haus gegangen sein, jedenfalls hatte sie keine an“, sagte Oberkommissar Jens Petersen. Eine Ärztin und ein Notarzt kümmerten sich in einem Rettungswagen um die Jugendliche. Nach Angaben der Polizei ist die 17-Jährige dafür bekannt, dass sie schlafwandelt. „In diesem Zustand soll sie die Alarmanlage des Hauses, in dem sie wohnt, ausgeschaltet haben“, sagte ein Feuerwehrmann.

Zunächst hatten die Eltern der Aerzenerin selbst nach ihrer verschwundenen Tochter gesucht. Wenig später erhielten sie Unterstützung – Polizisten rücken mit mehreren Streifenwagen aus und versuchten die Vermisste zu finden. Schnell war klar: Für eine großflächige Suche wird die Feuerwehr benötigt. Die Leitstelle in Hameln alarmierte fünf Ortswehren – um 1.11 Uhr schrillten die Meldeempfänger der Freiwilligen, heulten in mehreren Dörfern die Sirenen. Kurz darauf machten sich Freiwillige aus Aerzen, Egge, Grupenhagen, Groß Berkel und Multhöpen auf den Weg. Am Feuerwehrhaus wurden die Rettungsteams von Einsatzleiter Jens Pieper und Ortsbrandmeister Arno Neddermeyer eingeteilt. Die weitere Koordination übernahmen Mitglieder der Führungsgruppe der Gemeindefeuerwehr per Funk. Knapp 80 Feuerwehrleute hielten in Multhöpen und in den umliegenden Orten Ausschau nach der Minderjährigen. Zu Fuß und mit zahlreichen Fahrzeugen wurden sämtliche Straßen abgesucht. „Alle verfügbaren Wärmebildkameras wurden eingesetzt“, sagte Mayer. Parallel dazu wurden Orte, an den sich die Jugendliche besonders gern aufhält, aufgesucht. Jörg Grabandt und Kai Usadel ließen eine Drohne aufsteigen. Mit dem unbemannten Flugobjekt wurde das unwegsame Gelände abgeflogen. „Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Der teilweise sehr dichte Nebel verhinderte auch den Start eines Polizeihubschraubers“, erzählt Oberlöschmeister Daniel Hundertmark.

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