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Flammen und Rauch zu mitternächtlicher Stunde / Hitzestau – Zimmerdecke war 600 Grad heiß

Polizisten evakuieren Wohnhaus

BAD PYRMONT. Ein Wohn- und Geschäftshaus in der Innenstadt von Bad Pyrmont ist in der Nacht von Sonntag auf Montag evakuiert worden. In der Küche einer Dachwohnung loderten kurz vor Mitternacht Flammen. Rauch drang aus zwei auf Kipp stehenden Fenstern. Der 26 Jahre alte Mieter hatte das Feuer um 23.53 Uhr entdeckt, sofort den Notruf 112 gewählt und Hilfe angefordert.

veröffentlicht am 08.04.2019 um 12:48 Uhr

Nachteinsatz – von der Drehleiter aus wird die verwüstete Küche im Dachgeschoss ausgeleuchtet, damit der Löschtrupp etwas sehen kann. Qualm wabert aus den Fenstern. Foto: Feuerwehr
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Mitten im Gespräch brach der Anruf bei der Leitstelle in Hameln jedoch ab. Wie sich später herausstellte, dürfte der Mann aufgelegt haben, um keine Zeit zu verlieren. Der Hausbewohner habe umgehend seine Nachbarn gewarnt, sagte Hauptkommissar Arnold Schiffling.

Der Disponent der Regionalleitstelle alarmierte derweil den Löschzug der Feuerwehr Bad Pyrmont, ein Notarzt-Einsatz-Fahrzeug sowie DRK-Rettungswagen aus Bad Pyrmont und Lügde-Elbrinxen. Polizisten trafen als Erste am Brandort ein. „Die Beamten haben vor unserem Eintreffen sieben Personen aus dem Haus an der Bäckerstraße/Ecke Brunnenstraße geholt“, sagte Stadtbrandmeister Maik Gödeke. Die Hausbewohner seien zum Glück mit dem Schrecken davongekommen. Sie wurden während des Löscheinsatzes von Notfallsanitätern betreut. Ein Trupp, der sich mit schwerem Atemschutz ausgerüstet hatte, ging durch das Treppenhaus nach oben und brachte zunächst vor der Wohnungstür einen mobilen Rauchvorhang an. „Auf diese Weise konnten wir eine Ausbreitung der Brandgase verhindern“, erklärt Gödeke. In der Küche sei offenes Feuer zu sehen gewesen. „Küchenzeile und Hängeschränke brannten. Flammen schlugen gegen die Decke. Der Raum war mit Qualm gefüllt. Das Feuer wurde mit Wasser bekämpft – es war bereits nach kurzer Zeit erloschen. Einsatzleiter Michael Kuhl ließ die Drehleiter ausfahren und das Haus mit starken Scheinwerfern anstrahlen. Dadurch wurde die Küche ausgeleuchtet, konnte der Feuerwehr-Trupp besser sehen. Die Zimmerdecke aus Holzbalken habe sich stark aufgeheizt, sagte der Stadtbrandmeister. „Die Wärmebildkamera hat 600 Grad angezeigt.“

Mit einem Brecheisen wurden Rigips- und Heraklith-Platten entfernt, um mögliche Glutnester aufspüren zu können. „Es war sehr heiß in der Decke, hat aber nicht darin gebrannt“, erzählt Gödeke. „Gut, dass das Feuer frühzeitig entdeckt wurde und wir sehr schnell am Brandort waren“, meinte der Stadtbrandmeister. „Die Kameraden haben einen guten Job gemacht.“

„Gut, dass das Feuer frühzeitig entdeckt wurde und wir sehr schnell am Brandort waren.“ Maik Gödeke, Stadtbrandmeister

Mit einem Hochleistungslüfter erzeugten die Feuerwehrleute Überdruck. sodass giftige Brandgase aus den geöffneten Fenstern gedrückt wurden.

Die Polizei habe den Brandort für weitere Ermittlungen beschlagnahmt, sagte Hauptkommissar Schiffling. Die Ursache dürfte allerdings bereits geklärt sein. Der Mieter habe erzählt, dass er Pflanzenfett erhitzt hat, sagte der Polizeibeamte. Vermutlich hat der Mann den Topf zu lange auf der eingeschalteten Herdplatte stehenlassen. Das heiße Fett entzündete sich, die Flammen griffen auf Möbel über und breiteten sich rasch aus.

Nach Angaben der Feuerwehr hat es in dem Wohn- und Geschäftshaus schon zum dritten Mal gebrannt. Bereits in den 1990er Jahren habe es dort zwei Löscheinsätze gegeben, erinnert sich der Stadtbrandmeister.



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