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Mann bedroht Beamte mit Messern

Polizisten "befreien" Frau und überwältigen bewaffneten Lebensgefährten

HASTENBECK. Der Hilferuf einer Frau hat am Dienstagnachmittag in Hastenbeck einen großangelegten Polizeieinsatz ausgelöst. Die 58-Jährige teilte gegen 16.15 Uhr einem Kommissar mit, sie habe Streit mit ihrem alkoholisierten Lebensgefährten (54). Die Lage drohe zu eskalieren.

veröffentlicht am 22.11.2017 um 08:28 Uhr
aktualisiert am 22.11.2017 um 10:23 Uhr

Polizei Blaulicht
Den Kollegen ist es gelungen, die Anruferin gewaltfrei aus der Wohnung nach draußen zu begleiten", sagte Oberkommissar Jens Petersen am Mittwoch. Als die Polizeibeamten jedoch zur Wohnung zurückgingen, um mit dem Mann zu sprechen, kam ihnen dieser mit zwei Messern in den Händen entgegen. Er stieß Drohungen aus und zog sich in die Räume zurück. "Da ein sofortiger Zugriff in dieser Situation zu gefährlich und zu risikobehaftet war, haben sich die Einsatzkräfte zurückgezogen und stattdessen das Gebäude umstellt", erklärt Petersen. Vom Balkon aus und durch ein Fenster rief der Mann den Einsatzkräften mehrmals zu, er werde jeden töten, der die Wohnung betritt.

Die Hamelner Polizei forderte das Spezialeinsatzkommando (SEK) Niedersachsen an. Noch bevor die auf Festnahmen von Gefährdern spezialisierten Elitepolizisten Hastenbeck erreichten, gelang es den Beamten im abgesperrten Bereich Kontakt mit dem 54-Jährigen aufzunehmen. Nach Gesprächen mit den Polizisten verließ der Mann schließlich die Wohnung. Dabei wiederholte er seine Drohungen. "Er ist entschlossen und mit einem Messer bewaffnet im Treppenhaus auf die Einsatzkräfte losgegangen. Dabei hat er angekündigt, andere und sich selbst umbringen zu wollen", erzählt der Oberkommissar.  Der Hastenbecker konnte von den Polizeibeamten überwältigt werden. Dabei kam auch Pfefferspray zum Einsatz. Dadurch konnte der 54-Jährige gestoppt, auf den Boden gedrückt und vorläufig festgenommen werden.

Das angeforderte SEK brauchte nicht mehr eingesetzt zu werden. Nach medizinischer Versorgung - die Augen des Aggressors wurden gespült - und einer amtsärztlichen Untersuchung wurde der Mann in eine psychiatrische Fachklinik eingewiesen. Ein Polizeibeamter wurde bei dem Einsatz leicht verletzt worden. Der Kommissar sei medizinisch versorgt worden und habe danach seinen Dienst fortsetzen können. Bei der Durchsuchung der Wohnung entdeckten Polizisten neben den Messern noch eine Deko-Langwaffe und einen Speer (Eigenbau).

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