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Serie von Anrufen in Bad Pyrmont

Polizei warnt vor falschen Polizisten

BAD PYRMONT. Die Pyrmonter Polizei warnt nach einer Serie von Anrufen vor falschen Polizisten, die ihre meist älteren Opfer aushorchen wollen, um zu erfahren, wo sie Bargeld, Schmuck oder sonstigen Wertgegenständen aufbewahren. Glücklicherweise sei niemand der Angerufenen auf die Masche hereingefallen.

veröffentlicht am 13.06.2018 um 14:37 Uhr
aktualisiert am 13.06.2018 um 18:30 Uhr

Die Polizei warnt: Wir würden niemals am Telefon solche Fragen stellen.“ Foto: Archiv
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite

„Alleine am Montagnachmittag haben sich bei uns 25 Pyrmonter gemeldet, die nicht auf diese Masche reingefallen sind, und am Dienstagvormittag ging es weiter“, sagt Kommissariatsleiter Manfred Hellmich.

Die Masche war immer die gleiche. Der Anrufer – meistens mit ausländischem Akzent – gab sich als Polizeibeamter aus und behauptete, dass es in der Nachbarschaft einen Einbruch gegeben habe und dort ein Zettel mit der Anschrift des Angerufenen gefunden worden sei. Die Betrüger gaben vor, dass es darum gehe, die Wertgegenstände in Sicherheit zu bringen. „Lassen sie die Leute darauf ein, wird ein Läufer geschickt, der die Beute abholt“, sagt Andreas Zoch, leitender Ermittler der Pyrmonter Polizei. Doch so weit sei es – soweit bislang bekannt – glücklicherweise nicht gekommen. „Die Leute sind mittlerweile sensibilisiert und lassen sich nicht darauf. Entweder sie haben selber aufgelegt oder der Anrufer, als er merkte, dass da nichts zu holen war“, weiß Hellmich.

Dass Erfolgsrezept der Betrüger ist die äußerst geschickte Gesprächsführung. Haben sie ihr Opfer erst einmal in ein Gespräch verwickelt, gelingt es ihn oft, nach und nach herauszubekommen, ob und welche Beute zu holen ist. „Sie gehen beim Anrufen nach dem Telefonbuch vor, achten auf Vornamen, die auf ältere Menschen hinweise und auch auf möglichst kurze Telefonnummern, die darauf hinweisen, dass dieser Anschluss schon lange besteht“, berichtet Zoch. Die Polizei habe kaum Chancen, den Betrügern auf die Spur zu kommen. „Die Anrufer sitzen oft callcentermäßig organisiert irgendwo in der Türkei und die Nummer, unter der sie anrufen, ist manipuliert“, so Zoch. „Die Polizei und das gilt auch für Behörden und Banken, würde niemals am Telefon nach Wertgegenständen oder anderen Details in der Wohnung fragen“, betont der Ermittler.

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