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40 Spezialisten rücken an

Polizei sucht in Pyrmonter Wohnhaus nach Sturmgewehr

BAD PYRMONT. Ein Haus in Bad Pyrmont ist am Donnerstagmorgen zum Ziel eines mehrstündigen Polizeieinsatzes geworden. Zur Durchsuchung des Gebäudes sowie benachbarter Garagen und eines Schuppens rückten auch 40 Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei Göttingen an. Was sie fanden – und was nicht:

veröffentlicht am 16.02.2017 um 17:12 Uhr
aktualisiert am 16.02.2017 um 20:30 Uhr

Das im Haus vermutete Sturmgewehr wurde bei der Durchsuchung am 16. Februar nicht gefunden. Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Nachdem der richterlich angeordnete Durchsuchungsbeschluss vorlag, rückten die Spezialisten aus Göttingen schon um kurz nach 7 Uhr mit 40 Eisatzkräften in schusssicheren Westen an. Hinzu kamen Hundeführer mit Sprengstoffhunden. Denn offenbar hatte man im Vorfeld der Aktion nicht ausschließen können, dass die Sicherheitskräfte der „Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit“ in eine für sie bedrohliche Situation geraten würden.

„Die Durchsuchungsmaßnahmen erfolgten nach einem der Polizei schriftlich vorliegenden und verifiziertem Hinweis, wonach der 69-jähriger Hauseigentümer in Besitz einer Waffe sein soll“, erklärte Polizeisprecher Jens Petersen nach Abschluss der Aktion.

Der 69 Jahre alte Pyrmonter besitzt keinen Waffenschein. Bei der gesuchten Waffe handelte es sich angeblich um ein Sturmgewehr. Solche Waffen wie etwa das G 36 der Bundeswehr, das amerikanische M-16 oder die russische Kalaschnikow unterliegen dem Kriegswaffenkontrollgesetz.

Was die Beamten zusätzlich alarmiert haben dürfte: Während der Ermittlungen gab es laut Oberkommissar Petersen Hinweise darauf, dass der Pyrmonter der sogenannten Reichsbürger-Bewegung angehören könnte. Darauf hätten sich vor Ort und im Gespräch mit dem Mann letztlich jedoch keine Hinweise ergeben.

Auch die fragliche Waffe fanden die Ermittler bei der Durchsuchung der Gebäude nicht. „Jedoch sind möglicherweise andere waffenrechtliche Verstöße aufgedeckt worden“, erklärte der Polizeisprecher weiter.

Falls die Ermittler in Erwägung gezogen haben sollten, das Haus zu stürmen, so überlegten sie es sich anders: Sie klingelten. Und der Mann, den sie antrafen, verhielt sich den Angaben zufolge ganz friedlich. „Er zeigte sich kooperativ“, sagte Petersen auf Anfrage. Während der fünfstündigen Durchsuchung des Hauses wurde der Mann im Kommissariat befragt.

Die Ermittlungen laufen derweil weiter. Denn jetzt müssen Spezialisten der Polizei untersuchen, ob es sich bei den im Haus gefundenen Waffen überhaupt um schussfähige Geräte handelt – oder um Sammlerstücke, wie der 69-Jährige den Beamten gegenüber erklärt haben soll.

Die weiteren Ermittlungen werden ergeben, ob an den Hinweisen auf den Pyrmonter etwas dran ist. Grundsätzlich gilt die Unschuldsvermutung bekanntlich so lange, bis vor Gericht das Gegenteil bewiesen ist.

Unterstützt wurden die Beamten aus Göttingen vor Ort von Pyrmonter Kollegen und Mitarbeitern des städtischen Ordnungsamtes.

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